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Forschung und EntwicklungDeutschlands Ausgaben für Innovationen steigen auf Rekordhöhe

Etwa drei Prozent des BIP hat Deutschland nach jüngsten Zahlen 2019 für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Die Chancen stehen gut, dass der Positivtrend selbst im Corona-Jahr anhält.Barbara Gillmann 03.05.2021 - 17:06 Uhr Artikel anhören

Bleibt der Positivtrend bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung stabil, könnte Deutschland womöglich auch international aufholen.

Foto: obs

Berlin. Die deutsche Wirtschaft hat im Jahr 2019 einen neuen Rekordwert bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) erreicht: Insgesamt steckten die Unternehmen knapp 76 Milliarden Euro in Innovationen – und damit fast sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dazu kommen noch 23 Milliarden Euro für Auftragsforschung, dieser Posten stieg sogar um fast 13 Prozent.

Das ist das Ergebnis der jüngsten Erhebung des Stifterverbandes für die Bundesregierung. Das Papier liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. Zugleich stieg die Zahl der Forscher in den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen um 25.000 auf 476.000.

Rechnet man die Ausgaben des Staates hinzu, kommt Deutschland insgesamt auf ein neues Rekordniveau der Ausgaben für Innovationen von 3,18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die ursprünglich schon für 2010 angepeilte Drei-Prozent-Schwelle war erst 2017 überschritten worden.

„Das dritte Mal in Folge haben wir 2019 mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Forschung und Entwicklung ausgegeben und konnten die FuE-Investitionen weiter steigern. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen werden, im Jahr 2025 einen Anteil von 3,5 Prozent vom BIP in Forschung und Entwicklung zu investieren“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) dem Handelsblatt mit Blick auf das im Koalitionsvertrag festgeschriebene Ziel.

„Forschung und Entwicklung helfen uns entscheidend dabei, die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Stetig steigende Investitionen in Forschung und Entwicklung von Staat, Hochschulen und Wirtschaft sind der Schlüssel dafür, dass das Innovationsland Deutschland weiter stark bleibt und wir im weltweiten Wettbewerb auch künftig eine Spitzenposition einnehmen.“ Der Anteil des Staates an den Gesamtaufwendungen ist allerdings im vergangenen Jahrzehnt leicht von 33 auf 31 Prozent gesunken. 

Bleibt der Positivtrend insgesamt stabil, könnte Deutschland womöglich auch international aufholen. Weltweit führen Israel und Südkorea das Ranking mit Werten von mehr als 4,5 Prozent Forschungsausgaben im Verhältnis zum BIP an; auch Nationen wie Japan, die Schweiz und Schweden lagen zuletzt vor Deutschland.    

Unklar ist jedoch, ob die Pandemie die gute Entwicklung wieder zunichtemacht, denn für 2020 gibt es noch keine harten Daten. Erste Umfragen des Stifterverbandes lassen allerdings hoffen: In der jüngsten Umfrage zwischen April und August 2020 – also zwischen dem ersten Lockdown und dem eher entspannten Corona-Sommer – gab zwar fast jedes dritte Unternehmen an, sein Forschungsbudget stark reduzieren zu wollen. In den Jahren zuvor schwankte dieser Wert zwischen 22 und 25 Prozent.

Selbst das Corona-Jahr 2020 könnte einen Zuwachs bringen

Allerdings meldete nach wie vor ein Großteil für 2020 unveränderte oder höhere Budgets für Forschung und Entwicklung und zeigte somit eine „gewisse Krisenresistenz“, heißt es beim Stifterverband. Er rechnet daher „mit aller Vorsicht“ unter dem Strich auch für 2020 mit einem Plus der  Unternehmensinvestitionen für Innovationen von „noch immer drei Prozent“. 

Für 2019 sei zudem „besonders erfreulich, dass gerade die Gruppe  der kleinen Unternehmen Forschung und Entwicklung stark ausgeweitet hat, denn ihre Innovationsbeteiligung ist noch immer zu gering“, sagte der Präsident des Stifterverbandes, Andreas Barner. 

Vor allem Betriebe mit bis zu 100 Beschäftigten hätten ihre Aktivitäten seit 2017 „überdurchschnittlich ausgeweitet“. Sie tragen insgesamt zwar nur fünf Prozent der gesamten Ausgaben in dem Bereich bei, beschäftigen aber fast elf Prozent der Forscher und Entwickler. 

„Kleine Unternehmen agieren häufig als FuE-Partner von Großunternehmen und tragen zur technologischen Weiterentwicklung des gesamten Innovationssystems bei“, sagte Barner. Daher müssten sie durch „agile Förderformate, die den Wissenstransfer erleichtern, die Erprobung der Zusammenarbeit verschiedener Partner und durch Bürokratieabbau besser unterstützt werden“, fordert Barner.    

Steuerbonus soll vor allem kleineren innovativen Unternehmen helfen

In den letzten Jahren war die Rolle kleiner und mittlerer Betriebe beim Innovationsgeschehen immer weiter geschrumpft. Auch deshalb führte der Bund nach fast zwei Jahrzehnten Debatte 2020 einen Steuerbonus für Forschung ein, wie es ihn in den meisten Industrieländern schon lange gibt. In der Pandemie wurde die maximale Fördersumme sogar bis 2026 auf eine Million Euro verdoppelt.

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Beim Blick auf die Branchen zeigt sich das größte Wachstum in der Digitalisierung und der Kommunikationstechnologie: Allein die Aufwendungen für Softwareentwicklung stiegen im Vor-Corona-Jahr um satte 22 Prozent auf fast 3,5 Milliarden Euro. 

Absolut am meisten – gut 28 Milliarden Euro – investiert nach wie vor die Automobilindustrie, die auch knapp 140.000 Forscher beschäftigt. Einen Zuwachs auf hohem Niveau verbuchten daneben der Maschinenbau, die Chemie und die Elektrotechnik. Deutlich zurück gingen die Innovationsausgaben hingegen in der Luft- und Raumfahrt.

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