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E-Payment beim Fastfood-RiesenMcDonald’s führt mobiles Bestellen und Bezahlen ein

Kunden von McDonald’s können ihren Big Mac künftig bestellen und bezahlen, bevor sie die Filiale betreten. Konkurrent Vapiano ist da schon weiter.Axel Höpner 21.11.2018 - 13:31 Uhr aktualisiert Artikel anhören

McDonald's führt das digitale Bezahlen in den deutschen Restaurants ein.

Foto: AFP

München. Gaststätten und Fastfood-Restaurants waren in Sachen E-Commerce nicht gerade der Vorreiter. „Wir sind in der Gastronomie insgesamt etwas hinten dran“, räumt Nikolas von Sobbe, Digitalchef bei McDonald’s in Deutschland, freimütig ein. Doch nun führt der Marktführer in der deutschen Systemgastronomie ein Bestell- und Bezahlsystem in seiner Handy-App ein.

Die Kunden können nun also den BigMac mit dem Mobiltelefon von unterwegs oder in der Filiale bestellen und bezahlen. Abgebucht wird von der Kreditkarte. Sobald das Handy des Kunden im Restaurant geortet wird, wird die Bestellung fertig gemacht und vom Personal an den Tisch geliefert.

McDonald’s führt das digitale Bestell- und Bezahlsystem bis zum Jahreswechsel in 200 Restaurants ein, aktuell sind in der Testphase etwa 30 angeschlossen. Im Frühjahr sollen dann alle 900 Filialen eingebunden sein, die als „Restaurant der Zukunft“ schon heute Bestellterminals haben. Insgesamt hat McDonald’s in Deutschland knapp 1500 Restaurants. 

Bei McDonald’s sei „ein Riesen-Volumen dahinter“, sagte von Sobbe. Viele Franchise-Unternehmer müssten überzeugt werden, die Einführung sei insgesamt komplexer.

Die Kette habe hierzulande ein gutes Jahr hinter sich. Auch flächenbereinigt sei der Umsatz zum vierten Mal in Folge gestiegen, sagt McDonald’s-Deutschland-Chef Holger Beeck. Priorität habe weiter das Wachstum auf bestehender Fläche. Beschleunigt werden soll das Wachstum zum einen durch die neuen digitalen Diensten. Der Umsatz pro Kunde sei an den Bestellterminals und künftig wohl auch über die App höher. „Sie fühlen nicht den Druck in der Schlange. Die größere Gelassenheit animiert zum Mehrkauf.“

Mit dem Bestell- und Bezahlservice könne man sich von Wettbewerbern differenzieren. „Durch die Größe und die Finanzkraft sind wir sicherlich im Vorteil.“ Die größte Konkurrenz seien aber weniger andere Fastfood- oder Burgerketten, sondern die Bäckereien. In Sachen neue Produkte gab sich Beeck zurückhaltend. „Es ist nicht so ganz leicht, den Big Mac der Zukunft zu erfinden.“ Man beobachte aber Trends zum Beispiel in Richtung vegetarische und vegane Ernährung genau. „Wenn wir etwas tun im nächsten Jahr, wird es sicherlich ein veganer Burger sein.“

Lange vor McDonald's hatte schon die Kaffeehauskette Starbucks den Weg für das digitale Bezahlen die Gastronomie geebnet. Bei der Kaffee-Kette zahlen die Kunden ihren Cappuccino schon länger mit der App.

Das Konto müssen die Kunden zum Beispiel über die Kreditkarte auffüllen. Zur Belohnung gibt es dann jeden 15. Kaffee umsonst – sowie einen am Geburtstag. Starbucks will es Kunden in Kooperation mit dem Startup Bakkt sogar ermöglichen, mit Bitcoins zu bezahlen.

Auch die Pizza- und Pasta-Kette Vapiano gehört zu den Vorreitern in der Systemgastronomie. Seit anderthalb Jahren können die Kunden in vielen Restaurants bargeldlos mit der App bezahlen, wenn sie dort ihre Kreditkarten- oder Paypal-Daten hinterlegt haben.

Am Eingang können die Gäste den QR-Code scannen. Im Restaurant ist es dann möglich, vom Platz aus etwas an der Bar zu bestellen. Beim Verlassen der Filiale müssen die App-Nutzer sich nicht mehr an der Kasse anstellen, sie können direkt an einem Terminal bezahlen, sagte Vapiano-Chef Jochen Halfmann dem Handelsblatt.

Seit kurzem ist bei Vapiano auch Google Pay im Einsatz. Die Gäste, die damit vertraut seien, zahlten schon ganz selbstverständlich damit, berichtet Vapiano-Chef Jochen Halfmann. „Dass man ab einem Betrag von 25 Euro das Smartphone freischalten muss, ist noch nicht jedem bekannt und geläufig, aber das wird sich mit der Zeit ändern.“

Einen Schub könnte das Thema durch weitere Bezahldienste bekommen. „Wir freuen uns schon jetzt auf die Einführung von Apple Pay“, sagte Halfmann dem Handelsblatt. „Das erweitert die Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens für unsere Gäste immens und theoretisch ist dann jeder Gast in der Lage, mit seinem Smartphone in einem Vapiano zu bezahlen.“

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Allerdings müssen die Nutzer von Apple Pay bislang noch Kunde bestimmter Finanzdienstleister wie zum Beispiel American Express, Mastercard, Visa, Deutscher Bank oder Hypo-Vereinsbank sein. Mit Apple Pay soll man künftig auch bei Händlern wie Aldi, Lidl und H&M, aber auch bei Fast-Food-Ketten wie Burger King und Starbucks bezahlen können.

Im vergangenen Jahr erzielte McDonald’s laut Dehoga 3,2 Milliarden Euro Umsatz, weit mehr als der Verfolger Burger King mit 945 Millionen Euro. Allerdings wuchsen die Erlöse zeitweise nur noch dank Neueröffnung. Mit neuen Konzepten konnte der Marktführer aber wieder auf Wachstumskurs einschwenken.

Große Hoffnungen setzt der Marktführer nun auf die Bezahl- und Bestellapp. In den USA habe sich gezeigt, dass der Umsatz pro Kunde spürbar steige, sagt McDonald’s-Digitalchef von Sobbe. Zudem wachse die Kundenzufriedenheit. Denn die Besucher stehen ungern in der Schlange an der Kasse. „Wenn Sie am Tisch sitzen und sich wohlfühlen, ist Zeit relativ.“

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