Familienunternehmen: Spektakuläre Wendung im Nachfolgestreit um Kaffee-Dynastie – Darboven will Jacobs-Erben adoptieren
Das Familienunternehmen streitet seit Jahren erbittert um die Nachfolge von Oberhaupt Albert Darboven.
Foto: dpaDüsseldorf. Die Kaffee-Dynastie Darboven ist seit Jahren intern zerstritten. Oberhaupt Albert Darboven will mit allen Mitteln seinen Sohn in der Erbfolge umgehen. Jetzt hat der 82-jährige Kaffeekönig nach Informationen der „Bild“-Zeitung einen Weg gefunden: Der Patriarch will demnach Andreas Jacobs, Mitglied der berühmten hanseatischen Kaffee-Familie, adoptieren und hat dies bereits beim Amtsgericht in Blankenese beantragt.
Hintergrund der spektakulären Wendung: Laut Gesellschaftsvertrag der Firma dürfen nur Familienangehörige den Konzern leiten. Mit diesem Trick könnte Darboven nun seinen Sohn und Neffen in der Erbfolge umgehen – und als seinen Nachfolger den Erben des größten Konkurrenten Jacobs installieren.
2009 hatte Albert Darbovens Sohn Arthur Ernesto die Firma im Streit verlassen, allerdings hält er noch immer einen Anteil von 17,5 Prozent. Seine beiden Cousins Arndt und Behrendt Darboven kommen auf weitere 25 Prozent.
In einem offenen Brief, der der „Bild“ vorliegt, fordern die drei den Patriarchen auf, von seinen Plänen Abstand zu nehmen. „Wir müssen den Ausverkauf unseres Familienunternehmens fürchten“, zitiert die Zeitung Arthur Darboven. „Wir werden uns mit allen juristischen Mitteln gegen die Adoption von Herrn Jacobs wehren.“
Der Jacobs-Spross habe mit Kaffee schon lange nichts mehr am Hut. Er sei Investor, kaufe Firmen, entwickele sie und verkaufe dann wieder. Die Firma dürfe nicht „Spielball für profitsuchende Investoren“ werden, zitiert die „Bild“ aus dem offenen Brief.
Darboven vertreibt als Familienunternehmen seit 1866 vor allem die Marken Mövenpick und Idee-Kaffee. Andreas Jacobs wäre der erste Familienfremde als Konzernchef.
Albert Darboven leitet die Firma inzwischen in vierter Generation. Seit mehr als 55 Jahren steht Darboven an der Spitze des Unternehmens. Geboren wurde er als Albert Hopusch in Darmstadt. Sein kinderloser Onkel Arthur Darboven adoptierte ihn 1950 im Alter von 14 Jahren und baute „Atti“ zum Nachfolger in der Familienfirma auf, die heute der kleinste unter fünf großen Kaffeeherstellern in Deutschland ist.