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Ferienflieger Polen macht Deutschland für gescheiterte Condor-Übernahme verantwortlich

Die polnische Regierung wirft ihren Verhandlungspartnern Vertragsbruch vor. Man werde keine Entschädigung für den Rückzieher zahlen.
16.04.2020 Update: 16.04.2020 - 11:54 Uhr 3 Kommentare
LOT wollte den Ferienflieger übernehmen, machte Ostermontag jedoch einen Rückzieher. Quelle: dpa
Condor-Maschine

LOT wollte den Ferienflieger übernehmen, machte Ostermontag jedoch einen Rückzieher.

(Foto: dpa)

Warschau Die polnische Regierung macht die deutschen Verhandlungspartner für das Scheitern der Übernahme des Ferienfliegers Condor durch die staatliche Fluggesellschaft LOT verantwortlich.

Schatzminister Jacek Sasin sagte dem privaten Rundfunksender RMF am Donnerstag, Polen werde für den Rückzieher aus dem Vertrag keine Entschädigung zahlen, wie es Condor gefordert hatte. „Wir werden keine Strafen zahlen, weil (unser Rückzug) nicht unsere Schuld ist, sondern daran lag, dass die andere Seite die Vertragsbedingungen nicht erfüllt hat.“

Eine Condor-Sprecherin wies die Vorwürfe zurück: „Condor hat die Vertragsbedingungen für die Übernahme durch PGL erfüllt.“

Der Eigentümer von LOT, die Staatsholding PGL, hatte Condor am Montag eine Absage erteilt. „Wir prüfen nach wie vor, wie wir unsere Ansprüche aus den unterschriebenen Kaufverträgen geltend machen werden“, erklärte die Frankfurter Fluggesellschaft. Der Ausstieg der Polen hatte sich abgezeichnet.

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    PGL hatte im Januar für rund 300 Millionen Euro den Zuschlag für den Ferienflieger bekommen, nach Informationen aus Verhandlungskreisen aber nachträglich weitreichende Garantien von der Bundesregierung gefordert. LOT braucht nach Angaben der polnischen Regierung angesichts des brachliegenden Flugverkehrs inzwischen selbst Staatshilfe.

    Für Condor zeichnet sich unterdessen eine Übergangslösung mit Hilfe des Staates ab. Das Unternehmen, das in den Strudel der Pleite der britischen Muttergesellschaft Thomas Cook gerissen worden war, überlebt derzeit dank eines Massekredits über 380 Millionen Euro der Staatsbank KfW.

    Der Kredit läuft am Freitag (17. April) aus und sollte eigentlich mit dem Erlös aus dem Verkauf von Condor getilgt werden. Nun spricht Condor mit der Bundesregierung über eine Verlängerung und eine weitere Liquiditätsspritze.

    Nach Unternehmensangaben könnte zunächst ein Treuhänder die Firma übernehmen. Damit würde man Zeit gewinnen, um nach der Krise einen neuen Anlauf zum Verkauf zu nehmen.

    Mehr: Condor hat noch eine Chance verdient, meint Handelsblatt-Reporter Jens Koenen.

    • rtr
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    Mehr zu: Ferienflieger - Polen macht Deutschland für gescheiterte Condor-Übernahme verantwortlich
    3 Kommentare zu "Ferienflieger: Polen macht Deutschland für gescheiterte Condor-Übernahme verantwortlich"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Für Polen ist Deutschland sowieso immer schuld, wenn etwas schief läuft. Das Geplapper der polnischen Obrigkeiten nehme ich schon lange nicht mehr ernst.

    • Ich vermute: Polen hat auf Grund der aktuellen Situation kalte Füße bekommen und einfach einen Ausweg aus den Verträgen gesucht.

    • "Polen macht Deutschland für gescheiterte Condor-Übernahme verantwortlich" - Sofern Deutsch verantwortlich wäre, wäre dies als Vertragspartner die Bundesregierung oder entsprechende Ministerien. Im Artikel geht aber hervor, dass die Vertragspartner bei Condor gemeint sind. Noch ist Condor keine Staats-Airline. Ich ich hoffe, dass es auch so bleibt. Warum dann diese inhaltlich falsche Überschrift?

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