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Fernverkehr Flixtrain verdoppelt das Angebot auf deutschen Bahnstrecken

Der private Betreiber schließt 16 weitere Städte an. Im Wettbewerb mit der Bahn sollen Nachtzüge und die Teilnahme am „Deutschlandtakt“ helfen.
11.05.2021 - 06:04 Uhr Kommentieren
Der Rivale der Deutschen Bahn baut sein Netz in Deutschland kräftig aus. Quelle: Paul Langrock/laif
Fernzug von Flixtrain

Der Rivale der Deutschen Bahn baut sein Netz in Deutschland kräftig aus.

(Foto: Paul Langrock/laif)

Frankfurt Das zu Flixmobility gehörende Bahnunternehmen Flixtrain baut sein Angebot in Deutschland deutlich aus. Der seit 2018 aktive Rivale der Deutschen Bahn nimmt sukzessive 16 neue Städte in das eigene Netz auf. Start ist am 20. Mai.

„Wir bringen zusätzliche Züge auf die Schiene und wollen ein klares Zeichen setzen: Zugfahren muss für alle möglich sein“, wirbt André Schwämmlein, CEO und Mitgründer von Flixmobility, für die neuen Angebote. Und verspricht günstige Preise.

Die Offensive startet mit Kampfpreisen. Die neuen Strecken sollen aktuell ab 4,99 Euro buchbar sein. Damit verschärft der private Bahnbetreiber den Wettbewerb mit dem Staatskonzern Deutsche Bahn. Insgesamt hat Flixtrain dann 40 deutsche Städte angebunden.

Schwämmlein verspricht auf der neuen Strecke zwischen Berlin und Hamburg Fahrzeiten, die an die des ICE der Deutschen Bahn heranreichen. Zudem werde diese Strecke achtmal am Tag bedient. Das untermauert die Ambitionen des Jungunternehmens: Es soll ein Netz errichtet werden, in dem die Menschen überall in Deutschland zwischen zwei Anbietern wählen können. Im Idealfall mit täglich mehreren Verbindungen.

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    Die europäischen Nachbarländer machen Wettbewerb auf der Schiene vor, allerdings wetteifern hier ausschließlich die Staatsbahnen um Marktanteile. In Frankreich fahren Züge mit dem Namen Ouigo seit einigen Jahren zu Discountpreisen. Die umgebauten TGV-züge verfügen über mehr Sitzplätze als diejenigen der französischen Bahngesellschaft SNCF. Jedes Extra kostet, das Geschäftsmodell der Billigairlines lässt grüßen.

    In diesen Tagen startet Ouigo auch in Spanien und tritt damit gegen den dortigen Hochgeschwindigkeitszug AVE an, der zur spanischen Staatsgesellschaft Renfe gehört. Die will nun ihrerseits Ouigo kontern und ab Juni einen eigenen Billigzug mit dem Namen Avlo ins Rennen schicken.

    Billigmodell der Luftfahrt ist kaum übertragbar

    In Deutschland ist ein solcher Wettstreit deutlich schwieriger, zumindest auf den besonders attraktiven schnellen Strecken wie etwa der zwischen Frankfurt und Köln oder München und Berlin. Hier ist spezielles Gerät notwendig, das hohe Investitionen erfordert. Flixtrain hatte vor einigen Jahren versucht, auf der Neubaustrecke zwischen München und Berlin zu starten, dann aber wegen der langwierigen Zulassungen für die dort erforderlichen Züge aufgegeben.

    Andererseits ist es das große Ziel der Bundesregierung, in Deutschland alle wichtigen Städte im Halbstundentakt anzubinden, auch um die Bürger vom Straßenverkehr wegzubewegen. Dieser „Deutschlandtakt“ soll nicht nur von einem Bahnunternehmen realisiert werden, hat Enak Ferlemann (CDU), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, kürzlich bei einer Diskussion der Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr betont.

    Er habe bereits mit Vertretern mehrerer interessierter Unternehmen über den Deutschlandtakt gesprochen, so Ferlemann: „Ich bin zuversichtlich, dass wir eine ausreichende Nachfrage für die Trassen haben werden. Sicher wird es einzelne Konflikte geben, aber die werden wir lösen.“

    Die nun von Flixtrain gestartete Offensive lässt erahnen, dass nicht zuletzt die Münchener beim ehrgeizigen deutschen Projekt mitmischen wollen. „Wir gestalten den Deutschlandtakt mit Flixtrain gern mit, unsere Präsenz auf der Strecke Hamburg – Berlin zeigt bereits, dass wir da gut reinpassen“, sagte Schwämmlein.

    Das Vorhaben müsse aus Sicht der Fahrgäste gedacht werden: „In ersten Entwürfen wird etwa von attraktiven Umsteigeverbindungen gesprochen, aber in Wahrheit möchten Menschen gar nicht umsteigen, sondern direkte Zugverbindungen nutzen.“

    Auch ein Nachtzug ist im Programm

    Neben der Strecke zwischen Hamburg und Berlin sind bei Flixtrain künftig auch Verbindungen wie die zwischen München und Frankfurt im Programm. Zudem soll sich von der bayerischen Landeshauptstadt ein Nachtzug über Berlin nach Hamburg auf den Weg machen. Alle Züge werden laut Unternehmen mit Ökostrom betrieben.

    Flixtrain ist dabei die Vermarktungs- und Organisationsplattform, die Züge selbst werden von Bahnunternehmen wie SVG, IGE, der UEF (Ulmer Eisenbahnfreunde) und NeS (Netzwerkbahn Sachsen) gefahren.

    Wie beim Rivalen Deutsche Bahn gibt es WLAN und ein Entertainment-Angebot an Bord, die „Kabine“ der Züge des Flixtrain-Partners Talbot Services in Aachen wurde überarbeitet. Zudem soll jeder, der bucht, kostenlos einen Sitzplatz garantiert bekommen – ein Unterschied zur Deutschen Bahn. „Wir müssen so viele Menschen wie möglich von nachhaltigen Verkehrsmitteln überzeugen. Dafür ist ein gesunder Wettbewerb entscheidend“, sagte Flixmobility-Chef Schwämmlein.

    Erst vor Kurzem hatte Flixtrain zudem den Start seiner grünen Züge in Schweden bekanntgegeben. Hier sei die Zuteilung der entsprechenden Trassen deutlich unbürokratischer und transparenter gewesen als in Deutschland, erklärte das Unternehmen.

    Mehr: Der Druck steigt – Forderungen nach einer Bahnreform mehren sich

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