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  4. WM Katar 2022: Die erste Frau als Schiedsrichterin einer WM ist Stéphanie Frappart

Fußball-WeltmeisterschaftStéphanie Frappart ist die Schiedsrichterin, die WM-Geschichte schreibt

Erstmals pfeift eine Frau ein Spiel eines großen Männerturniers. Frapparts Einsatz ist historisch, angesichts der jüngsten Entwicklung aber nur bedingt überraschend.Leonidas Exuzidis 30.11.2022 - 16:23 Uhr Artikel anhören

Die international erfahrene Französin kam im bisherigen Verlauf des Turniers als vierte Offizielle zum Einsatz.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist reich an Rekorden – zumeist sind es traurige oder zumindest sehr fragwürdige. Die Zahl der historischen Momente auf dem grünen Rasen sind bislang hingegen mehr als überschaubar.

Ein wichtiger kommt am Donnerstagabend hinzu: Mit Stéphanie Frappart ist erstmals eine Frau als Schiedsrichterin für eine Partie einer Männer-WM nominiert. Der Weltfußballverband Fifa hat die Französin mit der Leitung des abschließenden und somit entscheidenden Gruppenspiels der deutschen Mannschaft gegen Costa Rica betraut.

Frappart ist eine von drei Frauen im 36-köpfigen Team der hauptverantwortlichen Unparteiischen. Im bisherigen Turnierverlauf waren die drei Schiedsrichterinnen als vierte Offizielle eingesetzt worden. Nun steht erstmals eine von ihnen in der Mitte.

„Wir kennen den Druck“, sagte Frappart vor der WM dem britischen Sender BBC. „Aber ich denke, das wird uns nicht ändern. Ruhig und fokussiert sein, sich konzentrieren. Einfach auf das Spielfeld fokussiert sein.“

Seit 2019 pfeift sie in der Ligue 1, der höchsten französischen Spielklasse der Herren, im Mai leitete sie das Endspiel um den französischen Pokal. Auch bei internationalen Pokalwettbewerben wie der Champions League und Europa League der Herren war sie bereits im Einsatz. Im Frauenfußball hat sie an Welt- und Europameisterschaften sowie an zwei Olympischen Turnieren teilgenommen.

Dass die Fifa und ihr Schiri-Chef Pierluigi Collina die Französin Frappart mit der wichtigen Partie am Donnerstag betrauen, spricht für die Qualität der 38-Jährigen. Schließlich geht es für die deutsche Mannschaft darum, bei einer WM das zweite Vorrunden-Aus in Folge abzuwenden.

Ihr Einsatz ist historisch, angesichts der jüngsten Entwicklung auf und neben dem Platz aber nur bedingt überraschend. Frappart überzeugt bei ihren Einsätzen auf Top-Niveau durch Ruhe und Sachlichkeit. „Sie sind nicht hier, weil sie Frauen sind, sondern als Fifa-Referees“, sagte Collina, der einstige Weltklasse-Schiri und Leiter des WM-Endspiels von 2002, vor Turnierbeginn. Es sei „der Beweis dafür, dass die Qualität und nicht das Geschlecht zählt“.

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Ohnehin ist die Zeit, in der Fußball als Männerdomäne galt, längst vorbei. Das zeigt sich nun auch im internationalen Schiedsrichterwesen. Turnierbeteiligte und Experten reagieren positiv auf den Einsatz Frapparts. Wenn sie und ihre Kolleginnen die strengen Leistungsanforderungen weiter erfüllen, dann spricht alles dafür, dass auch bei den kommenden Turnieren verstärkt Schiedsrichterinnen zum Einsatz kommen.

Der einzige deutsche Mann im Schiedsrichter-Team der WM, der Berliner Daniel Siebert, wartet indes auf seinen zweiten Turniereinsatz. Dazu dürfte es schon sehr bald kommen. Bei seinem ersten Auftritt in der Partie zwischen Tunesien und Australien am vergangenen Samstag zeigte Siebert eine souveräne Leistung.

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