Henkel: Kritik an Aufsichtsrats-Chefin Simone Bagel-Trah wächst
An der Aufsichtsratsvorsitzenden von Henkel wächst die Kritik.
Foto: dpaDüsseldorf, Berlin. Nach dem Streit im Vorstand des Persil- und Pril-Herstellers Henkel wachsen unter Führungskräften und in Teilen der Henkel-Familie die Zweifel an Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah. Das berichten Unternehmens- und Branchenkreise dem Handelsblatt. Sie werfen der 53-Jährigen vor, keine langfristige Personalplanung für Vorstandsmitglieder zu machen – was zur Uraufgabe eines Chefkontrolleurs gehört.
Henkel weist die Vorwürfe auf Anfrage zurück. Allerdings hat der Konzern vier Wochen nach der Mitteilung über den Abgang des Vorstandsmitglieds Jan-Dirk Auris noch keinen Nachfolger präsentiert. Diese Personalie ist auch Auslöser der lauter werdenden Kritik an Bagel-Trah.
Auris verantwortet bei Henkel seit 2011 das „Adhesives Technologies“ genannte Klebstoffgeschäft. Es ist die erfolgreichste Sparte von Henkel, steht für die Hälfte des Umsatzes und für 60 Prozent des Gewinns. Der Vertrag des Topmanagers wäre eigentlich bis Ende 2023 gelaufen. Mitte November teilte Henkel jedoch mit, dass Auris seine Tätigkeit bereits Ende Januar beenden wird.
Henkels Topmanager Auris bisher ohne Nachfolge
Der Konzern sprach von einer „gemeinsamen Entscheidung“ und begründete, dass es nach der zwölfjährigen Tätigkeit von Auris als Bereichsvorstand ein geeigneter Zeitpunkt sei, einen Nachfolger zu installieren. Nach Handelsblatt-Informationen soll allerdings, wie bereits berichtet, auch ein schon länger schwelender Machtkampf zwischen Klebstoffvorstand Auris und Konzernchef Carsten Knobel zu dem Abgang geführt haben. Selbst in Vorstandssitzungen sollen sich die beiden Topmanager gestritten haben. Henkel hatte das nicht kommentiert, aber auch nicht dementiert.