Insolvenz: Gerry Weber bekommt ein zweites Leben
Düsseldorf. „Gerry Weber ist wieder da“, heißt es im frisch eröffneten Webshop – so, als hätte das Modeunternehmen die Insolvenz überlebt. Doch dahinter steckt nicht mehr die Gründerfamilie, das Traditionsunternehmen wurde abgewickelt.
Das spanische Modeunternehmen Victrix hat lediglich die Marke aus der Insolvenz übernommen. Victrix hat eine komplett neue Kollektion entworfen, die der Hersteller europaweit vertreiben will.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird der Webshop von den Jungunternehmern Carlos Schönig und Felix Manthey betrieben. Ihr Unternehmen Globalist arbeitet dabei als Partner von Victrix. „Wir sind zuversichtlich, dass unser Angebot die Erwartungen der Kundinnen erfüllt und der Neustart gelingt“, sagte Schönig im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Wenn ein Investor eine bekannte Marke aus der Insolvenz kauft, garantiert das noch nicht den Erfolg: „Das ist kein Selbstläufer“, warnt Michael Rozijn, Rechtsanwalt und Insolvenzberater der Kanzlei Schultze und Braun, die die Abwicklung zahlreicher insolventer Unternehmen betreut hat.
Der Verkauf der Markenrechte aus der Insolvenz ist meist eine Notlösung. „Ein Insolvenzverwalter versucht in der Regel, das Unternehmen als Ganzes zu verkaufen“, sagt Rozijn. Erst wenn sich kein Käufer für das Unternehmen findet, wird die Marke ohne weitere Vermögenswerte angeboten.