Luftfahrt: Sport-Stars statt Linienpassagiere: German Airways erfindet sich neu
Die Airline hat ihr Geschäftsmodell umgestellt.
Foto: German AirwaysKöln. Topvereine der Fußballbundesliga, dazu klingende Namen der europäischen Fußballwelt: Die Kundenliste der kleinen Fluggesellschaft German Airways mit fünf Embraer-E190-Jets ist prominent besetzt. Auch wenn Geschäftsführer Wolfram Simon-Schröter konkrete Vereinsnamen nicht so gerne lesen möchte, „der Diskretion wegen“.
Vor gut einem Jahr sah die Liste noch ganz anders aus. Die Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) – eine von zwei Airlines, die damals zu German Airways gehörten – flog Linienpassagiere vor allem im Auftrag der Lufthansa-Tochter Eurowings zum Beispiel in Düsseldorf. Wet Lease nennen das die Experten. Doch dann kam die Corona-Pandemie, die Lufthansa-Gruppe kündigte alle Leasingverträge, LGW musste im April 2020 Insolvenz anmelden. Ein schwerer Schock.
Die Luftfahrt ist die mit Abstand kleinste Sparte der Zeitfracht-Gruppe. Das Familienunternehmen mit 3700 Mitarbeitern bietet Logistikleistungen auch auf der Straße und dem Wasser an. Ein wichtiger Bereich ist die Versorgung des Buchhandels. Zwar hat die Pandemie überall Spuren hinterlassen, am heftigsten wütete sie allerdings bei der Luftfahrt-Tochter.