1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Handel + Konsumgüter
  4. Lufthansa: Preispoker beim ITA-Einstieg dauert bis zur letzten Minute

LufthansaPreispoker beim ITA-Einstieg dauert bis zur letzten Minute

Ein überraschender Streit um zehn Millionen Euro beim Kaufpreis gefährdete die Übernahme der italienischen ITA durch Lufthansa. Der Deal wird wohl dennoch stattfinden.Jens Koenen 11.11.2024 - 16:53 Uhr Artikel anhören
Airbus A330 von ITA: Lufthansa und die italienische Regierung kommen sich beim Streit um den Kaufpreis doch noch näher. Foto: Bloomberg

Frankfurt. Es ist wohl eine der zähesten Übernahmen in der Luftfahrtgeschichte. Seit mehr als zwei Jahren wird über den Einstieg und späteren Komplettkauf der italienischen Fluggesellschaft ITA durch Lufthansa verhandelt. Am Montagnachmittag zeichnete sich nun eine Einigung ab.

Zuvor drohte ein Streit um nur zehn Millionen Euro die mühsam ausgehandelte Transaktion zu gefährden. Doch der Disput scheint so gut wie beigelegt, wie aus Branchenkreisen zu hören ist. Lufthansa wollte sich nicht äußern.

Man werde der EU-Kommission die Dokumente rechtzeitig übermitteln, berichteten italienische Medien. Darin müssen beide Seiten zeigen, dass die von den Wettbewerbshütern verhängten Auflagen erfüllt werden. Die von Brüssel gesetzte Frist dafür endete in der Nacht zum vergangenen Dienstag. Doch in Branchenkreisen heißt es, dass sich die EU-Kommission bei einer kleinen Verzögerung großzügig zeigen werde.

Kaufpreis der zweiten Tranche sorgte für Streit

Der Beleg, dass die sogenannten Remedies erfüllt werden, ist der letzte zentrale Schritt, bevor Lufthansa den Einstieg vollziehen darf. Das Unternehmen will in einem ersten Schritt 41 Prozent von ITA für 325 Millionen Euro übernehmen. In einem zweiten Schritt sollen zu einem späteren Zeitpunkt weitere 49 Prozent erworben werden.

Der Kaufpreis dieser zweiten Tranche sorgte für Streit. Vereinbart wurden in einem ersten Abkommen 325 Millionen Euro, allerdings abhängig von der Entwicklung und dem Wert der italienischen Fluggesellschaft.

Der Spielraum soll bei etwa zehn Millionen Euro liegen. Die Dimension dieser Regel scheint den Beamten des Finanzministeriums in Rom erst kurz vor Abschluss der Transaktion aufgefallen zu sein. Sie warfen Lufthansa daraufhin vor, den Kaufpreis drücken zu wollen. Lufthansa konterte die Kritik und verwies darauf, dass man sich an den vereinbarten Kaufpreis halte.

Wie die Einigung aussieht, die sich am Montagnachmittag abzeichnete, war zunächst nicht bekannt. Branchenkenner sehen die künftigen Investitionen in ITA als einen möglichen Hebel, den Disput beizulegen. Fest steht: Weder die italienische Regierung noch Lufthansa haben ein Interesse daran, den Deal noch scheitern zu lassen.

Verwandte Themen
Lufthansa
Italien
Europäische Union

ITA ist die Nachfolgegesellschaft der insolventen Alitalia. Die Anschubfinanzierung für ITA hatte die EU-Kommission unter der Auflage genehmigt, die Fluggesellschaft schnellstmöglich zu privatisieren. Das gestaltete sich aber als schwierig. Teils sprangen Interessenten ab, teils machten Regierungswechsel in Rom bereits getroffene Abkommen hinfällig. Die nun mühsam ausgehandelte Transaktion aufzugeben hätte weitreichende Folgen. Zumal ITA allein kaum wettbewerbsfähig ist.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt