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Luis Gallego Iberia-Chef soll Boss der Airline-Holding IAG werden

Der Spanier Luis Gallego soll Willie Walsh an der Spitze der britisch-spanischen IAG ablösen. Das wird keine einfache Aufgabe.
12.01.2020 - 15:37 Uhr Kommentieren
Der Spanier soll Willie Walsh an der Spitze der Airline-Holding IAG ablösen. Quelle: Iberia
Luis Gallego

Der Spanier soll Willie Walsh an der Spitze der Airline-Holding IAG ablösen.

(Foto: Iberia)

Frankfurt, London, Madrid Verwaltungsratschef Antonio Vazquez ist überzeugt: Luis Gallego sei genau der richtige Mann, um die britisch-spanische Airline-Holding IAG in die Zukunft zu führen. Gallego soll Ende März den bisherigen Chef Willie Walsh an der IAG-Spitze ablösen. Der habe sich entschlossen, Ende Juni in Rente zu gehen, teilte das Unternehmen mit.

Walsh abzulösen, das ist eine große Aufgabe. Der Ire, der als Pilot bei Aer Lingus angefangen und sich zum Chef der irischen Gesellschaft hochgearbeitet hat, gilt als Architekt der IAG.

In Reaktion auf den Konkurrenzkampf in der Branche initiierte und organisierte er 2011 den Zusammenschluss von British Airlines mit der spanischen Fluggesellschaft Iberia. Heute gehören zur IAG auch Vueling aus Spanien, Aer Lingus und die Eigengründung Level. Und im November startete IAG zudem die Übernahme der spanischen Air Europa.

Trotz der guten Positionierung mit verschiedenen Fluggesellschaften wartet auf Gallego eine harte Aufgabe. Denn IAG muss sein Wachstum abbremsen, weil die Gruppe wie alle europäischen Airlines unter Überkapazitäten und dem daraus folgenden Preiskampf leidet. Bis 2022 will IAG die angebotene Kapazität jährlich nur um 3,4 Prozent steigern, geplant war zunächst ein Plus von sechs Prozent.

Hinzu kommen Probleme bei British Airways. Im vergangenen Sommer lähmte ein Streik der Piloten das Geschäft und belastete den Gewinn. Bereits seit Jahren monieren viele Briten, dass die Airline zu viel spart und zu wenig investiert – nicht nur in Service und Komfort, sondern auch in die IT. So war die Airline 2018 das Ziel einer Hackerattacke, 2017 führte ein Ausfall der IT zu chaotischen Zuständen an den Londoner Flughäfen.

In einer Rangliste der besten Fluganbieter der Beratungsgesellschaft Alva liegt die Airline nur noch auf Platz 55 von 65. Drei Jahre zuvor war es noch Rang 31. Ein weiteres Problem: der Brexit. Britische Airlines müssen nach dem EU-Austritt fürchten, einen schlechteren Zugang zum europäischen Markt zu erhalten.

Viel Arbeit also, die auf Gallego wartet. Doch der 51-Jährige hat viel Erfahrung beim Steuern einer Fluggesellschaft in schwierigen Zeiten. Als er 2013 als CEO bei Iberia anfing, schrieb der Anbieter im sechsten Jahr in Folge Verluste.

Gallego schaffte die Wende, in seinem zweiten Jahr an der Spitze schrieb Iberia wieder schwarze Zahlen. Er startete ein hartes Restrukturierungsprogramm, baute Tausende Arbeitsplätze ab, kürzte Gehälter. Aber er investierte auch, etwa in eine moderne Flotte.

Karrierestart bei der Luftwaffe

Gallego ist Luftfahrt-Ingenieur und begann seine Karriere bei der spanischen Luftwaffe, bevor er zu verschiedenen Airlines wechselte und da vorwiegend technische Jobs übernahm.

Später war der Manager laut spanischen Medien maßgeblich an der Fusion von Iberia und British Airways beteiligt. Zu seinem Vorgänger Walsh hat er ein gutes Verhältnis. „Luis war eine Schlüsselfigur im Team und hat über die Jahre echte Führungsqualitäten bewiesen“, so Walsh. Er habe keinerlei Zweifel, dass Gallego ein großer Vorstandschef werde.

Walsh wurde immer wieder mit dem Chef der Billigairline Ryanair, Michael O‘Leary, verwechselt. Vergangenes Jahr erzählte Walsh vor Branchenexperten in Irland, wie ein Pub-Besucher ihn in Schottland angesprochen habe. „Der irische Akzent, ein Pint Guinness in der Hand, das ist glasklar: Du muss Michael O‘Leary sein“, habe der angetrunkene Schotte gesagt und in die Menge gebrüllt. „O‘Leary ist hier!“ Walsh herrschte ihn an: „Was zum Teufel soll das, lass mich in Ruhe.“ Doch der ruppige Spruch habe den Schotten erst recht überzeugt, den Ryanair-Chef vor sich zu haben.

Zumindest dieses Problem dürfte der neue IAG-Chef nicht haben.

Mehr: Der Luftfahrtkonzern rechnet nun mit einem geringeren Ausbau des Passagiergeschäfts. Auch der Gewinn je Aktie von IAG soll geringer wachsen.

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