Oral-B, Ariel, Pampers: Diese Marken gehören zu Procter & Gamble
Das Unternehmen ist für seine breite Produktpalette im Hygiene- und Kosmetikbereich bekannt.
Foto: APDüsseldorf. Head & Shoulders, Pampers, Oral-B: Diese Markennamen werden vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern bekannt sein. Den Produkten ist gemein, dass sie alle vom US-amerikanischen Markengiganten Procter & Gamble hergestellt werden.
Die US-Einwanderer William Procter und James Gamble haben das Unternehmen 1837 in Cincinnati gegründet, der Hauptsitz des Konzerns liegt auch heute noch in Ohio. In den 60er-Jahren wagte P&G dann die Expansion über den Atlantik, unter anderem auch nach Deutschland.
Heute ist der Anbieter von Hygiene- und Kosmetikartikeln in diversen europäischen Supermarktregalen zu finden. Und auch der deutsche Markt ist inzwischen wichtig für Procter & Gamble: Nach Unternehmensangaben ist Deutschland der größte Standort außerhalb der USA.
Mehr als 10.000 der insgesamt etwa 99.000 Mitarbeiter für P&G sind laut Angaben des Unternehmens hier im Einsatz. Der Konzern ist eines der größten Konsumgüterunternehmen weltweit. Allein im Heimatland USA führt Procter & Gamble 24 Werke. Das spart Kosten für den Transport, denn in den Vereinigten Staaten macht das Unternehmen fast die Hälfte seines Umsatzes. Danach folgt Europa als zweitwichtigster Markt.
Procter & Gamble: Wie viel Umsatz und Gewinn macht P&G?
Dem Unternehmensbericht zufolge setzte Procter & Gamble im Geschäftsjahr 2022/2023 82 Milliarden Dollar um. Dabei hat der US-Konsumgüterriese weitere Preiserhöhungen durchsetzen und damit Umsatz und Gewinn über die Erwartungen des Marktes hinaus steigern können. Im vergangenen Quartal steigerte der Konzern den Umsatz um drei Prozent auf 21,4 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr hatte der Umsatz noch bei 20,8 Milliarden Dollar gelegen.
Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn schrumpfte um zwölf Prozent auf 3,47 Milliarden US-Dollar. Das hängt dem Konzern zufolge mit einer Wertminderung für Gillette-Produkte sowie höheren Restrukturierungskosten zusammen. Der Gewinn je Aktie (EPS) kletterte unter anderem dank günstigerer Rohstoffe um 16 Prozent auf 1,84 Dollar.
Für das laufende Geschäftsjahr peilt Procter & Gamble weiter ein Umsatzplus von vier bis fünf Prozent an.
Womit verdient Procter & Gamble am meisten Geld?
P&G teilt sein Sortiment weltweit in fünf Segmente ein:
- Beauty: Körper- und Haarpflege
- Grooming: Rasur
- Health Care: Gesundheit
- Fabric & Home Care: Reinigungsmittel
- Baby, Feminine & Family Care: Baby- und Damenhygiene
Mehr als ein Drittel seines Umsatzes macht P&G mit Produkten aus dem Bereich Reinigungsmittel. Das macht Marken wie Ariel, Febreze oder Meister Proper zum Kassenschlager des Unternehmens. Der Geschäftsbericht weist für dieses Segment weltweit „Position eins oder zwei in den Märkten, in denen wir konkurrieren“ aus und bescheinigt sich selbst die globale Marktführerschaft „mit einem weltweiten Marktanteil von über 35 Prozent, vor allem mit den Marken Tide, Ariel und Downy“.
Die weltweit größte Marke von P&G ist so bekannt, dass sie sogar synonym gebraucht wird: Wer nach Pampers fragt, bekommt Babywindeln.
P&G-Marken: Welche Marken gehören zu Procter & Gamble?
Das sind die Marken, mit denen P&G den meisten Umsatz weltweit erwirtschaftet:
- Beauty: Head & Shoulders, Herbal Essences, Pantene, Rejoice, Olay, Old Spice, Safeguard, Secret, SK-II
- Grooming: Braun, Gillette, Venus
- Health Care: Crest, Clearblue, Oral-B, Metamucil, Neurobion, Pepto-Bismol, Vicks (in Deutschland Wick)
- Fabric & Home Care: Ariel, Downy (in Deutschland Lenor), Gain, Tide, Cascade, Dawn, Fairy, Febreze, Mr. Clean (in Deutschland Mr. Proper), Swiffer
- Baby, Feminine & Family Care: Luvs, Pampers, Always, Always Discreet, Tampax, Bounty, Charmin, Puffs
Quelle: Unternehmen
Gehört Pringles noch zu P&G?
Nein. Mit dem Verkauf von Pringles an Kellogg’s hat sich Procter & Gamble seit 2012 aus dem Lebensmittelbereich zurückgezogen.
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P&G-Kritik: Wie nachhaltig ist Procter & Gamble?
Eine wichtige Säule des Geschäftsmodells von P&G ist das Markenmanagement. Das heißt, dass P&G einzelne Marken und Produkte bekannter macht, als das Unternehmen selbst. In der Praxis bedeutet das vor allem, dass der Konzern milliardenstarke Etats in Werbung investiert.
Das kann allerdings auch schiefgehen, wie der gefloppte Öko-Auftritt des Schuppen-Shampoos „Head & Shoulders“ belegt. Anfang 2017 hatte P&G publikumswirksam verkündet, die „erste recycelbare Shampoo-Flasche aus gesammeltem Strandplastik“ als Verpackung zu verwenden. Das Landgericht Frankfurt hat P&G darauf im Februar 2018 verboten, mit folgendem Satz auf dem Etikett zu werben: „Hergestellt mit Plastik, das am Strand gesammelt wurde“. Nur etwa 25 Prozent der Flasche bestanden aus genanntem Plastik. Das Gericht urteilte, dass die Prozentangabe gut sichtbar auf der Vorderseite der Flaschen stehen sollte.
Inzwischen arbeitet der Hygiene-Gigant an seinem Image in Sachen Nachhaltigkeit: Unter anderem lancierte P&G kürzlich eine gemeinsame Kampagne mit der Naturschutzorganisation WWF, die sich für Waschen bei geringerer Temperatur einsetzt. Der Konzern behauptet zudem, dass im Jahr 2022 „79 Prozent der Produktverpackungen recycelbar oder wiederverwendbar waren“. P&G habe sich außerdem zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu sein, also keine Treibhausgasemissionen mehr zu emittieren.
Erstpublikation: 29.10.2020 12:46 Uhr (zuletzt aktualisiert: 13.03.2024, 16:00 Uhr)