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Nestle-MarkenWelche Produkte gehören zu Nestlé?

Nestlé ist der größte Lebensmittelkonzern der Welt – ob Kaffee, Schokolade, Pizza, Shampoo oder Hundefutter: die Produkte des Schweizer Unternehmens umgeben Verbraucher täglich. Doch welche Marken gehören dazu? Eine Übersicht.Saskia Patermann 15.09.2023 - 13:38 Uhr Artikel anhören

Das Emblem des Nahrungsmittelkonzerns am Hauptsitz des Unternehmens in der Schweizer Stadt Vevey (Schweiz).

Foto: dpa

Ob auf dem Frühstückstisch, als Snack zwischendurch oder im Hundenapf: Nestlé-Produkte sind fest mit dem Alltag vieler Verbraucher verwoben. Der Schweizer Nahrungsmittelgigant ist der größte Hersteller von Lebensmitteln der Welt, beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als eine Viertelmillion Menschen. Nicht zuletzt wegen seiner Wasserpolitik stand Nestlé in der Vergangenheit aber auch immer wieder in der Kritik. So sahen sich auch die Gründer des deutschen Gewürz-Start-ups Ankerkraut einem Shitstorm ausgesetzt, als sie ihr Unternehmen 2022 an Nestlé verkauften. Auch bei der Reduktion von schädlichen Inhaltsstoffen in seinen Nahrungsmitteln kommt der weltgrößte Lebensmittelkonzern kaum voran. Das berichtete Der Spiegel im September 2023 und verweist auf Ergebnisse einer Langzeitstudie der Verbraucherzentrale Hamburg.
Bei der Reduktion des Zuckergehalts von Süßigkeiten geschehe bei Nestlé seit Jahren "quasi nichts", so die Verbraucherzentrale. Bei Fertigprodukten gebe Nestlé hingegen um bis zu 20 Prozent mehr Zucker in seine Produkten. Dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel zufolge verweist Nestlé auf die "besondere Herausforderung" bei der Reduktion von schädlichen Inhaltsstoffen. Der Geschmack solle "unverändert" bleiben. Die Bemühungen, Salz und Zucker zu reduzieren seien "nur dann erfolgreich", wenn Verbraucher die Produkte auch weiterhin kauften und "nicht auf Alternativen mit einem höheren Zucker- oder Salz-Gehalt ausweichen".

Wir beleuchten das Markenportfolio des Unternehmens und geben eine Übersicht zu aktuellen Daten und Fakten des Lebensmittelherstellers.


Nestlé: Daten und Fakten zum weltgrößten Nahrungsmittelkonzern

Nestlé beschäftigte 2022 nach eigenen Angaben 275.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt – das sind so viele Angestellte, wie Wiesbaden Einwohner zählt. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen arbeiten in den 344 Fabriken der Firma. Der Rest der Belegschaft ist für Verwaltung und Verkauf zuständig. Das internationale Unternehmen mit Schweizer Wurzeln hat dort auch heute noch seinen Hauptsitz – nämlich in der Stadt Vevey. Seit Januar 2017 sitzt der Deutsche Ulf Mark Schneider hier im Chefsessel des Lebensmittelkolosses. An der Börse ist das Unternehmen mehr als 310 Milliarden Euro wert (Stand: Mai 2023). Damit ist es einer Analyse des Wirtschaftsprüfers EY zufolge derzeit das wertvollste europäische Unternehmen.

Der wichtigste Markt für Nestlé ist mit Abstand Nordamerika; hier erzielte der Konzern 2022 knapp 35 Prozent seines Umsatzes. In einigem Abstand folgen Europa (23,6 Prozent) und der AOA-Markt (22,2 Prozent), unter dem Nestlé Asen, Ozeanien und Afrika zusammenfasst. 

In Deutschland arbeiten Unternehmensangaben zufolge derzeit 8.340 Menschen für Nestlé. Das sind knapp 2000 Mitarbeiter weniger als noch vor drei Jahren. Sein deutsches Hauptquartier bezieht der Konzern in Frankfurt, seit März 2023 ist Alexander von Maillot für das Deutschlandgeschäft verantwortlich. Der Markt hierzulande ist dabei eher ein Nebenschauplatz: Nestlé erwirtschaftet hier mit 2,3 Milliarden Schweizer Franken (etwa 2,35 Milliarden Euro) nur rund 2,4 Prozent seines Gesamtumsatzes.

Nestlé: Umsatz und Gewinn 2022

Nestlé ist im vergangenen Jahr hauptsächlich durch Preiserhöhungen gewachsen. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr 8,3 Prozent auf 94,4 Milliarden Franken (rund 95 Milliarden Euro) zu. Höhere Preise für Produkte wie Nespresso, Maggi, Kitkat oder San Pellegrino schlugen mit 8,2 Prozent zu Buche. Sie haben den allergrößten Teil der Umsatzsteigerungen ausgemacht.

Der Gewinn brach dagegen um 45,2 Prozent auf 9,3 Milliarden Franken ein. Allerdings hatte der Verkauf eines Aktienpakets am Kosmetikkonzern L’Oreal den Gewinn von 2021 aufgebläht.


Nestlé-Marken und -Produkte: Verkaufsbereiche und Anteile am Gesamtumsatz

Quelle: Unternehmen

  

Nestlé-Getränke: Nespresso, Nescafé, Nesquik

Nespresso-Kapseln generierten mit George Clooney als Werbegesicht weltweite Aufmerksamkeit.

Foto: dpa

Mit löslichen Getränken generiert Nestlé den meisten Umsatz. 2022 nahm der Konzern mehr als 25,2 Milliarden Schweizer Franken ein, das sind umgerechnet rund 25,7 Milliarden Euro. Etwa zwei Drittel davon brachte der Verkauf von Kaffee.

Nach Angaben der Konzerns werden pro Sekunde weltweit 5.500 Tassen Nescafé getrunken. Zu Nestlés Kaffeeimperium gehören auch die Kapselmarken Nescafé Dolce Gusto und Nespresso. Nespresso führt etwa 791 Boutiquen auf der ganzen Welt.

2019 wurden in Deutschland rund 3,5 Milliarden Kaffeekapseln verbraucht. Das entspricht laut Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe in etwa 85 Kapseln pro Haushalt. 

Eine weitere wichtige Nestlé-Getränkemarke ist Nesquik, bekannt vor allem für Kakaopulver und -trinkpäckchen. Der Eistee, den Nestlé bis Frühjahr 2023 unter dem Markendach Nestea vertrieben hat, zählte zu den beliebtesten Eisteesorten in Deutschland.

Nestlé-Wasser: Marken von San Pellegrino bis Vittel

Das Wassergeschäft der Millardenkonzerns sorgt immer wieder für Kritik.

Foto: Reuters

Nestlé pumpt sein Mineralwasser aus weltweiten Grundwasserquellen ab. Dazu kauft das Unternehmen Wasserrechte von staatlichen Wasserbehörden. Das Wasser verkauft Nestlé dann abgefüllt in Flaschen unter Marken wie Nestlé Pure Life, Perrier, Vittel, Aquarel, San Pellegrino, Contrex oder Acqua Panna.

Allein mit dem Verkauf von abgefülltem Wasser machte Nestlé 2022 einen Umsatz von umgerechnet mehr als drei Milliarden Euro. Nestlé Pure Life ist die größte Wassermarke der Welt. Die Wassermarken San Pellegrino und Perrier gehörten laut eines Quartalsberichts aus dem Jahr 2018 für Nestlé zu den „wichtigsten weltweit“. Der Konzern vertreibt außerdem Wasser unter der Marke Vittel. Die Wassermarke hat Nestlé erst kürzlich vom deutschen Markt genommen.

In Deutschland gehörten lange auch regionale Wassermarken zum Unternehmen, darunter Frische Brise, Neuselters, Kloster Quelle und bis 2017 Fürst Bismarck Quelle. Mittlerweile hat der Konzern sich von diesen Marken getrennt.

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Nestlé gekühlt: Häagen-Dazs, Mövenpick, Schöller, LC1

Auch die niederländische Eismarke gehört zu Nestlé.

Foto: imago/Manfred Segerer

Im Tiefkühlregal wird es süß für Verbraucher: Mit Marken wie Häagen-Dazs, Mövenpick und Schöller ist Nestlé an der Eisfront breit aufgestellt. In den USA hat Nestlé einen Großteil seiner Eissparte verkauft. Im Kühlregal findet sich zusätzlich auch die Marke LC1, bekannt für Nestlé-Naturjoghurts.

Babys und Gesundheit: Nan Optipro, Meritene Mobilis

Das Milchpulver ist ein weltweiter Verkaufsschlager des Schweizer Lebensmittelgiganten.

Foto: picture alliance/dpa

Unter dem Label Nutrition und Health Science schafft Nestlé eine Angebotspalette für Säuglinge und Senioren. Das Milchpulver Nan Optipro kommt genauso von dem Schweizer Konzern wie Nahrungsergänzungsmittel der Marke Meritene Mobilis. In dieser Sparte erwirtschaftete Nestlé 2022 mehr als 15,6 Milliarden Schweizer Franken. Sie ist damit der drittstärkste Umsatztreiber des Unternehmens.

Auch die deutsche Firma Bübchen gehörte bis 2019 zu Nestlé; die Marke ist bekannt für Körperpflegeprodukte wie Babyöl und Kindershampoo

Fertiggerichte: Maggi, Wagner, Herta, Thomy

Maggi ist bereits seit mehr als 75 Jahren im Besitz von Nestlé.

Foto: IMAGO/Martin Wagner

Ob Flüssiggewürze, Brühwürfel oder Fertigsaucen: Kaum eine deutsche Küche kommt ohne die Produkte von Maggi aus. Seit mehr als 75 Jahren gehört der Hersteller zu Nestlé. Aber auch im Sortiment der Fertigpizzen stellt Nestlé eine Marktmacht: Wagner ist einer der größten europäischen Hersteller von Tiefkühlpizza und gehört seit Anfang 2013 zu 100 Prozent zur Nestlé Deutschland AG. Doch das ist nicht der einzige Coup, den Nestlé in der italienischen Küche landet: Spaghetti, Tomatensauce und Pesto vereint der Konzern unter der Marke Buitoni. Für Aufschnitt, Fleischwurst und Schinken sorgte Nestlé mehr als 30 Jahre lang mit der deutschen Marke Herta, die bis 2019 eine Tochtergesellschaft des Konzerns war. Heute hält Nestlé noch 40 Prozent am Unternehmen. Mayonnaise, Senf oder Grillsauce verkauft Nestlé unter der Marke Thomy.

Schokolade und Süßigkeiten: Kitkat, Smarties, Choco Crossies, Cini Minis und Co.

Viele namhafte Marken im Süßigkeitensortiment stammen von Nestlé, darunter auch Kitkat.

Foto: Reuters

Ob als Riegel von Lion oder Kitkat, schokolierte Flakes von Choco Crossies oder klassische bunte Smarties: auch im Süßwarenregal hat Nestlé ein pralles Portfolio zu bieten. Die geschützten Originale stammen allesamt von dem Schweizer Unternehmen.

Für den Frühstückstisch bietet Nestlé eine Reihe von Cerealien, darunter Cini Minis, Cookie Crisp oder Nesquik. Außerdem verkauft das Schweizer Unternehmen unter der Marke „Nestlé Fitness“ Cornflakesriegel.

Alles für Haustiere: Purina, Felix, Dentalife

Der Haustierbedarf ist einer der stärksten Umsatztreiber Nestlés.

Foto: Getty Images for Purina
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Mit dem Verkauf von Heimtierbedarf erwirtschaftete Nestlé im Jahr 2022 mehr als 18,1 Milliarden Schweizer Franken. Damit war der Konzern wirtschaftlich nur mit seiner Getränkesparte erfolgreicher. Die Nestlé Purina PetCare Deutschland GmbH ist eine Tochtergesellschaft von Nestlé mit Sitz in Euskirchen. Das Unternehmen ist durch diverse Übernahmen und Vereinigungen von Unternehmen entstanden. Heute ist es weltweit einer der größten Hersteller von Haustiernahrung. Das lohnt sich, denn in deutschen Häusern leben einige Katzen: einer Erhebung zufolge etwa 15,5 Millionen. Mit der Marke Felix versorgt Nestlé sie. Außerdem vertreibt Nestlé Zahnpflege für den Hund unter dem Namen Dentalife und Hundefutter mit Terra Canis.


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