Premium Food Group: Warum Familie Tönnies ihr Unternehmen umbenennt
Düsseldorf. Vor drei Jahren verschwanden plötzlich die Kuh- und Schweinefiguren, die sich auf dem Dach des Tiefkühllagers von Tönnies am Stammsitz Rheda-Wiedenbrück gedreht hatten. Ein Corona-Ausbruch in der Belegschaft hatte Deutschlands Schlachter Nummer eins damals nach eigenen Angaben in die größte Krise der 50-jährigen Firmengeschichte geführt. Zur ernsten Lage passten die lustigen Figuren nicht mehr.
Zum Jahresanfang soll nun auch das grüne Logo „Tönnies“ von der Firmenzentrale in Rheda abmontiert werden. Denn die Tönnies Holding benennt sich in Premium Food Group (PFG) um. Das gab das ostwestfälische Familienunternehmen am Mittwoch bekannt.
Der Name Tönnies, der in der deutschen Öffentlichkeit lange mit prekären Bedingungen für Leiharbeiter und Massenproduktion von Fleisch assoziiert worden war, bleibt nur noch für einen Bereich erhalten: Rind- und Schweinefleisch.
Tönnies liefert auch Veggie-Produkte und Fertiggerichte
„Wir sind schon lange kein reines Schlachtunternehmen mehr, sondern ein breit aufgestellter Lebensmittelproduzent“, begründet Chief Sustainability Officer Gereon Schulze Althoff die Umbenennung. „Wir sind mehr als nur Fleisch.“ 2023 war Tönnies nach einer Erhebung der „Lebensmittelzeitung“ der größte Lieferant für den deutschen Lebensmittelhandel. Mit 4,16 Milliarden Euro Umsatz verwies Tönnies den Pizza- und Puddingspezialisten Dr. Oetker mit 3,9 Milliarden Euro Umsatz auf Platz zwei.