Puky vs. Woom: Wer setzt sich im Kinderfahrradmarkt durch?
Wülfrath, Wien. Es gibt Duelle, die wirken wie aus einem Kinderbuch – und spielen doch im Herz des Kapitalismus. Etwa jenes, das an einem ganz normalen Herbsttag in einem Innenhof einer süddeutschen Kleinstadt stattfindet. Zwei Dreijährige treffen sich, mit Matschhose und abgewetzten Schuhen ausgestattet, zum Laufradfahren. Sie fahren eine Zeit um die Wette, steigen ab. Dann fliegen die Fäustchen: Der eine will das Laufrad des anderen, der das aber nicht hergeben will.
Kein Wunder: Das eine Laufrad liegt schwer in der Hand und hat – außer Rädern – keine Ausstattung. Das andere ist federleicht, hat eine Handbremse und eine Klingel. Das kleine Handgemenge endet in einem brüchigen Frieden: Man tauscht doch die Räder. Nach wenigen Minuten beginnt der Streit von neuem – nun aber in vertauschten Rollen. Der Inhaber des leichten Laufrads will das geliehene schwere nicht mehr hergeben. „Das fährt viel schneller.“
So unentschieden wie bei den beiden Dreijährigen verläuft der Kampf in diesem besonderen Markt der Kinderräder generell. Seit im Jahr 2013 das Wiener Start-up Woom begann, erst den deutschsprachigen und dann den weltweiten Markt für Kinderfahrräder aufzurollen, wähnen sich viele Eltern als Teil eines Zweikampfs: Kaufen sie für ihren Nachwuchs Räder der coolen Start-up-Marke aus Österreich, oder greifen sie, wie Generationen zuvor, auf die Modelle des rheinländischen Anbieters Puky zurück? Die einen schick-designt, ultraleicht, im smarten Onlineshop erhältlich. Die anderen etwas schwerer, klassisch gestaltet, seit Jahrzehnten zuverlässig.