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SportartikelPuma rechnet nach Rekordjahr mit gebremstem Wachstum – „Hohes Maß an Unsicherheit“

Bislang konnte Puma seinen Gewinn und Umsatz deutlicher steigern als Adidas und Nike. Doch die Risiken werden auch für den Herausforderer größer.Axel Höpner 23.02.2022 - 08:41 Uhr Artikel anhören

Die Nummer drei in der Welt entwickelte sich zuletzt dynamischer als die großen Konkurrenten.

Foto: Bloomberg

München. Für die Sportartikelindustrie, sagt Puma-Chef Björn Gulden (56), war das Jahr 2021 eine regelrechte Achterbahnfahrt. Geringe Verfügbarkeit zu Beginn, dann stürmisches Wachstum, Normalisierung und gegen Jahresende schließlich wieder coronabedingte Einschränkungen und Engpässe in den Lieferketten.

Die weltweite Nummer drei Puma ist besser als die meisten Konkurrenten durch diese turbulenten Zeiten gekommen. Er sei stolz auf ein sehr erfolgreiches Jahr, sagte der meist bescheiden auftretende Norweger bei Vorlage der Bilanz. „Trotz aller Probleme und Hindernisse im Zusammenhang mit Covid-19 und politischen Spannungen auf der ganzen Welt hatten wir das beste Jahr in der Geschichte von Puma.“

Leichter werden wird das neue Jahr allerdings für die Branche nicht. Gulden stellte für 2022 aber zumindest ein gebremstes Wachstum von mindestens zehn Prozent in Aussicht, auch das operative Ergebnis wird weiter steigen.

Die Herausforderungen sind groß. In China leiden viele Hersteller weiter unter dem Boykott westlicher Anbieter, bei Puma sanken die Umsätze in der Region im vergangenen Jahr um sechs Prozent. Wann es in China wieder aufwärts geht? „Ich kann kein Wachstum für 2022 versprechen, aber ich hoffe darauf“, sagte Gulden.

Aktuell beobachten sie auch bei Puma den Russland-Ukraine-Konflikt genau. Zwar machen die Umsätze in den beiden Ländern weniger als fünf Prozent des Geschäfts aus. Doch hat auch Puma laut Gulden Vorkehrungen getroffen, falls sich die Krise verschärft. Auch durch Corona drohen noch immer Produktionsunterbrechungen und Probleme in den Lieferketten.

Im vergangenen Jahr konnte der Dax-Konzern den Gewinn unter dem Strich von 79 auf 310 Millionen Euro fast vervierfachen. Der Umsatz legte stärker als anfangs erwartet um 32 Prozent auf erstmals 6,8 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis verbesserte sich von 209 auf 557 Millionen Euro – auch das ein neuer Bestwert.

Dynamischere Entwicklung als bei Adidas und Nike

Die Nummer drei in der Welt entwickelte sich damit zuletzt dynamischer als die großen Konkurrenten. So rechnete Adidas für 2021 zuletzt mit einem Umsatzplus von 17 bis 18 Prozent. Limitierender Faktor war weniger die Nachfrage als das Angebot.

Puma kam mit den Herausforderungen bislang besser zurecht. „Wir arbeiten eng mit unseren Lieferanten und Großhandelspartnern zusammen, um alle kurzfristigen Probleme und Hindernisse zu überwinden, ohne unsere mittelfristige Dynamik zu beeinträchtigen. Diese Strategie hat sich ausgezahlt“, sagte Gulden.

Der Dax-Konzern ist trotz aller Risiken auch für 2022 zuversichtlich.

Foto: AFP

Der frühere Profi-Fußballer, der unter anderem für den 1. FC Nürnberg gekickt hat, steht seit acht Jahren an der Spitze von Puma. Zuvor war der Norweger unter anderem CEO des dänischen Schmuckherstellers Pandora und Geschäftsführer beim Schuhhändler Deichmann. Puma führte er bis in den Dax.

In den nächsten Jahren will er das Unternehmen etwas näher an die dominierenden Marktführer Nike und Adidas heranführen. „Puma hat in jedem Fall das Potenzial, auf mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz zu kommen. Danach sehen wir weiter“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt.

Anders als mancher Konkurrent setzt er nicht auf die Konzentration auf wenige Sportarten, sondern auf ein breites Angebot auch mit speziellen Produkten für regionale Märkte. So ist Puma im Rugby ebenso aktiv wie im Golfsport und Cricket. In Indien ist der Konzern die stärkste Marke. Zuletzt nahm Puma sogar den Schachweltmeister Magnus Carlsen unter Vertrag. Noch stärker will sich Puma in den nächsten Jahren unter anderem bei Produkten für Frauen positionieren.

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Ausbau des E-Commerce mit neuer App

Der stationäre Handel soll auch in den nächsten Jahren den Schwerpunkt des Geschäfts ausmachen. Doch natürlich will auch Gulden den E-Commerce ausbauen. Dazu geht Puma mit etwas Verspätung im Vergleich zu manchem Konkurrenten jetzt auch mit einer eigenen App an den Start.

Die langfristigen Prognosen in der Branche sind gut. In der Pandemie entdecken weltweit viele Menschen den Sport wieder für sich. Laut einer Studie von Boston Consulting soll der globale Handel mit Sportartikeln bis 2025 um jährlich sieben Prozent auf 670 Milliarden Dollar wachsen. Im E-Commerce erwarten die Experten zweistellige Wachstumsraten.

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