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Strafanzeige Staatsanwaltschaft prüft Untreue-Vorwürfe gegen Aldi-Familie

Die Vorwürfe richten sich gegen Mitglieder der Familie Albrecht und einen Rechtsanwalt. Bei Aldi Nord tobt seit Jahren ein Erbenstreit.
14.09.2020 Update: 15.09.2020 - 12:19 Uhr Kommentieren
Die Eigentümerstruktur bei dem Discounter ist kompliziert. Quelle: dpa
Aldi Nord

Die Eigentümerstruktur bei dem Discounter ist kompliziert.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Kieler Staatsanwaltschaft geht Untreue-Vorwürfen gegen Mitglieder der Unternehmerfamilie Albrecht (Aldi Nord) und einen Rechtsanwalt nach. „Bei uns ging im August eine private Strafanzeige wegen des Vorwurfs der Untreue zum Nachteil der Jakobus-Stiftung ein“, bestätigte der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler. „Der Vorwurf wird hier geprüft.“

Kern des Vorwurfs ist es, dass Erben des verstorbenen Gründersohns Berthold Albrecht sich unrechtmäßig Zahlungen aus der Stiftung genehmigt hätten. Die Privatanzeige richte sich gegen „vier Mitglieder der Familie Albrecht und einen Rechtsanwalt“, teilte das Gericht weiter mit. Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ darüber berichtet.

Bei Aldi Nord tobt seit Jahren ein Erbenstreit. Hintergrund ist die komplizierte Eigentümerstruktur. Das Unternehmen gehört drei Stiftungen mit Sitz in Schleswig-Holstein: der Markus-, der Lukas- und der Jakobus-Stiftung. Große Investitionen und wichtige Entscheidungen können von den Stiftungen nur einstimmig freigegeben werden.

Kurz vor seinem Tod im Jahr 2012 änderte Berthold Albrecht die Satzung der Jakobus-Stiftung, in die er den größten Teil seines Vermögens gelegt hatte. Dadurch wurde die Besetzung des Stiftungsvorstands neu geregelt, was den Einfluss seiner eigenen Familie auf die Stiftung und damit auf das Unternehmen deutlich begrenzte. Dagegen hatten seine Erben geklagt – was einen mehrjährigen Rechtsstreit auslöste.

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    Im Zuge dieser Auseinandersetzung waren viele Vorwürfe und Details aus der Familie an die Öffentlichkeit gelangt – etwas, was vorher in der streng zurückgezogen lebenden Albrecht-Dynastie undenkbar gewesen wäre. Auf der einen Seite standen Babette Albrecht, die Witwe von Berthold, und ihre Kinder, auf der anderen Seite der zweite Gründersohn Theo Albrecht jun..

    Theo Albrecht hatte sogar dem Handelsblatt ein Interview gegeben – der erste und bisher einzige, zu dem er sich je bereit erklärt hatte. Er hatte darin die Sorge geäußert, dass die Erben „das Unternehmen am Nasenring durch die Manege führen“ könnten, sollten sie die Macht in der Jakobus-Stiftung haben. Immer wieder war auch von der Theo-Seite der Vorwurf erhoben worden, Babette und ihre Kinder hätten sich unrechtmäßig hohe Geldbeträge von der Stiftung auszahlen lassen.

    Die Erben von Berthold Albrecht erlitten zuletzt 2019 vor dem Bundesverwaltungsgericht eine entscheidende Niederlage. Die Leipziger Richter urteilten, eine Revision der Erben gegen das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgerichts im Fall Aldi nicht zuzulassen. Das Oberverwaltungsgericht hatte im Dezember 2017 die Satzungsänderung in der Jakobus-Stiftung für rechtens erklärt.

    Den Familienstreit konnte das jedoch nicht beenden. Denn auf dieses Urteil gründet sich nun offenbar die Privatanzeige.

    Mehr: Karl und Theo Albrecht: Die Erfinder des Discounts.

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