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TarifkonfliktPiloten bestreiken Lufthansa-Tochter Eurowings am Donnerstag

Zehn Gesprächsrunden zwischen Gewerkschaft und Airline haben zu keiner Einigung geführt. Passagiere müssen sich nun auf einen 24-stündigen Streik einstellen.Jens Koenen 04.10.2022 - 20:41 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Arbeitsbelastung sei erheblich gestiegen, erklärte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit.

Foto: dpa

Berlin. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat für Donnerstag einen 24-stündigen Streik bei der Lufthansa-Tochter Eurowings angekündigt. Der Arbeitskampf beim Billigflieger dauere von 00.00 bis 23.59 Uhr, teilte die Vereinigung Cockpit (VC) am Dienstag mit. Die Verhandlungen über den Manteltarifvertrag bei Eurowings seien gescheitert.

Zehn Gesprächsrunden hätten zu keiner nennenswerten Annäherung geführt. Zentrale Forderung der VC sei die Entlastung der Beschäftigten etwa durch die Reduzierung der maximalen Flugdienstzeiten sowie die Erhöhung der Ruhezeiten. Seit 2015 habe es hier keine Anpassungen gegeben.

Das Management bezeichnete den Ausstand als „unverhältnismäßig und unverantwortlich“. Trotz zweier anstehender Gehaltserhöhungen in den nächsten vier Monaten von mehr als zehn Prozent fordere die VC 14 zusätzliche freie Tage im Jahr sowie eine Absenkung der maximalen Wochenarbeitszeit um fünf Stunden. „Das ist in Zeiten, in denen sich Millionen Menschen vor einem kalten Winter und der nächsten Heizkostenrechnung fürchten, nicht nur maßlos. Die Forderungen würden auch 20 Prozent unserer Flüge unmöglich machen und damit die Zukunftsfähigkeit des Flugbetriebs und seiner Mitarbeitenden gefährden“, sagte Kai Duve, als Geschäftsführer für Finanzen und Personal zuständig.

Eurowings biete bereits heute Beschäftigungsbedingungen, die im Wettbewerb der sogenannten Point-to-Point-Airlines in Europa zu den besten gehörten, sagte Duve weiter. Mit Point-to-Point-Airlines sind Fluggesellschaften gemeint, die Direktverkehre zwischen zwei Flughäfen anbieten, also ihre Verkehre nicht über Drehkreuze mit Zubringerflügen leiten. „In den Verhandlungen um mehr Freizeit haben wir viele weitere Entlastungen angeboten“, sagte Duve.

Hintergrund des Streiks ist die große Zahl an Einsätzen der Eurowings-Piloten. Die Nachfrage gerade von Privatreisenden war im Sommer stärker als erwartet. Das führte nach Angaben aus Pilotenkreisen dazu, dass die Flugzeugführer sehr viele Flugstunden über sechs Tage in Folge absolvierten mit einer dann folgenden Pause von 36 Stunden. Das sorge derzeit für Ärger.

Gewerkschaft fordert „Lösungswillen“

Die Arbeitsbelastung sei erheblich gestiegen, erklärte die Gewerkschaft. „Der Arbeitgeber schöpft regelmäßig die Einsatzzeit der Kolleginnen und Kollegen bis zum zulässigen Maximum aus, das kann kein Dauerzustand sein.“ Man bedauere die Einschränkungen für die Fluggäste. Doch aufgrund des mangelnden Entgegenkommens des Managements bleibe derzeit nur die Option, den Forderungen mit einem Arbeitskampf Nachdruck zu verleihen.

„Wir sind offen für Gespräche darüber, wie wir langfristig zumutbare Arbeitszeiten für die Mitarbeiter bei Eurowings erreichen können“, sagte Marcel Gröls, Vorsitzender Tarif der Vereinigung Cockpit. Bisher sei es aber nicht möglich, sich mit dem Arbeitgeber auf einen gemeinsamen Weg zu verständigen. „Es reicht nicht, am Verhandlungstisch zu sitzen – man muss auch Lösungswillen mitbringen und Gegenforderungen nicht als Angebot präsentieren.“

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