US-Zölle: Deutsche Firmen fürchten Flut von Billigwaren aus China
Düsseldorf, Shanghai, Brüssel. Markus Ackermann, Vorstand des Onlinehändlers Otto Group, ist alarmiert. „Bereits seit vergangenem Jahr ist zu beobachten, dass chinesische Wettbewerber aufgrund der schwächelnden Binnennachfrage und der restriktiveren Einfuhrpolitik etlicher Länder Billigwaren nach Europa umlenken“, sagt er. Ackermann warnt: „Die bedenkliche Zollpolitik der USA könnte diesen Trend beschleunigen.“
Es geht um viel mehr als Spielzeuge, Mode und Haushaltsgeräte. Denn der Handelskonflikt zwischen den USA und China eskaliert. Die US-Regierung erhebt nun Strafzölle von 104 Prozent auf Importe aus China. Im Vorjahr betrug der Gesamtwert der chinesischen Exporte in die USA etwa 525 Milliarden US-Dollar.
Im Gespräch mit dem Handelsblatt schildern deutsche Unternehmenschefs aus unterschiedlichen Branchen ihre Ängste, dass chinesische Firmen die Produkte in den USA nicht mehr loswerden – und sie deshalb massenhaft nach Europa umleiten werden. Das könnte etliche deutsche Firmen empfindlich treffen.
Die Europäische Union (EU) will Betriebe schützen und kündigt Maßnahmen an. Doch ist der Exportschub von China nach Europa nicht bereits in vollem Gange?