Porsche: Das ist der vergessene Mann hinter Porsches Erfolg
Stuttgart. Der Mann, der am 26. September 1932 einen Brief an seine Geschäftspartner Ferdinand Porsche und Anton Piëch aufsetzt, hat gute Absichten und schlechte Laune. Adolf Rosenberger schreibt, weil zwei Dinge mal wieder nicht zusammengehen. Das entwicklungstechnische Genie Porsches und sein betriebswirtschaftlicher Dilettantismus.
Immer wieder, schreibt Rosenberger, komme es in dem gemeinsamen Unternehmen zu Vorfällen, die er als „Compagnon und als Gläubiger nicht tatenlos“ verfolgen könne. Deswegen überlege er, als Geschäftsführer auszuscheiden. Er sei allerdings gerne bereit, „im Rahmen einer beratenden Tätigkeit weiterhin zur Verfügung zu stehen“.
So geht die Beziehung dreier Männer auseinander, die nie Freunde waren und doch gemeinsam deutsche Industriegeschichte schrieben. Von denen einer weltberühmt wurde, schon allein weil einige der begehrtesten Autos der Welt bis heute seinen Namen tragen. Und von denen der andere in Vergessenheit geriet, nicht nur weil er selbst irgendwann seinen Geburtsnamen ablegte.
Dies ist die Geschichte zweier genialer Autonarren, der eine Ingenieur, der andere Rennfahrer und Kaufmann, die eines der bis heute renommiertesten deutschen Unternehmen nur gemeinsam gründen konnten. Von denen aber einer aus einer jüdischen Familie stammte – womit sein Schicksal in den Anfangsjahren von Porsche besiegelt war.