Elektromobilität: Neue Fahrzeugklasse für Elektroautos soll Wandel bei BMW beschleunigen
Der Konzern plant eine neue Antriebsstrategie.
Foto: Handelsblatt- BMW plant den größten Umbruch in der Modellpalette seit mehr als sechzig Jahren. Konzernchef Oliver Zipse zufolge sollen die Elektroautos der „Neuen Klasse“ bereits Ende des Jahrzehnts mehr als die Hälfte des Absatzes ausmachen.
- Die Antriebsrevolution bedeutet einen tiefen Eingriff in die Konzern-DNA, Nach Zählweise mancher Kritiker verfolgt der Autobauer nun die dritte Elektrostrategie innerhalb weniger Jahre. Jetzt muss sie sitzen.
- BMW setzt künftig auf die Brennstoffzelle als Alternative zur Batterie. Doch diese Strategie hat für den Toyota Mirai und den Hyundai Nexo nicht funktioniert. Woran liegts?
München, Berlin. Ein schmaler Gang führt in die Zukunft von BMW. Durch eine Glastür im Nordteil des Entwicklungszentrums, gleich neben dem Büro des Betriebsrats, geht es selbst für die ranghöchsten Ingenieure nur mit einem Spezialausweis. „N-Car“ – New Car – heißt die Projektfläche, für die rund 300 Personen einen festen Zugang haben. Ihre Mission: Die Entwicklung der Neuen Klasse, der größte Umbruch der Modellpalette seit mehr als sechzig Jahren. So will es Konzernchef Oliver Zipse, der hier regelmäßiger Gast ist.
Die Fenster sind abgeklebt, das Team ist jung und überwiegend männlich. An den langen Schreibtischreihen türmen sich die Bildschirme; es wird gerechnet, verglichen und konstruiert. Welche Zellchemie verspricht ein Optimum aus Leistung und Kosten? Wie viel Lithium und Kobalt lassen sich Ende des Jahrzehnts noch fördern? Wie rechnet sich eine Brennstoffzelle in der Großserie? Jedes Ressort ist vertreten, am Tisch sitzen Einkäufer, Konstrukteure, Produktionsexperten. Jedes mögliche Problem soll ausdiskutiert werden. Was offen bleibt, nehmen die Teams mit in die Sitzungsräume.