Autoindustrie: Behörden rufen immer mehr Autos wegen Softwaremängeln zurück – allen voran von Mercedes
Auch der Mercedes GLE war von einem Rückruf betroffen.
Foto: AFPMünchen. Gefährliche Airbags, defekte Bremslichter, schadhafte Getriebe: Aufgrund derartiger Sicherheitsmängel mussten in den vergangenen Jahren bereits Millionen von Fahrzeugen weltweit in die Werkstätten beordert werden. Zuletzt häuften sich aber neben solch altbekannten Problemen in der Autoindustrie die Rückrufe infolge von Softwaremängeln.
So musste der Sportwagenbauer Porsche im Sommer fast 43.000 Exemplare seines Elektroflitzers Taycan zurückrufen. Durch einen Programmierungsfehler konnte der Elektromotor der Baureihe sporadisch ausfallen. Auch gut 16.300 Einheiten des Strom-SUV iX3 von BMW benötigten jüngst ein Software-Update. Nach einem Unfall hätte ansonsten das Bordnetz beschädigt werden können. Und Toyota musste fast 145.000 Hybrid-Kleinwagen vom Typ Yaris wegen einer mangelhaften Software beim Bremsaktuator überarbeiten.
Diese drei Beispiele stehen exemplarisch für einen besorgniserregenden Trend, zeigt eine neue Studie des Center of Automotive Management (CAM) aus Bergisch Gladbach, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Demnach mussten im Referenzmarkt USA in den ersten sechs Monaten 2021 bereits 2,7 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wegen softwarebedingten Störungen zurückgerufen werden. Das ist mehr als im gesamten Vorjahr.