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Autoindustrie Was die Abwrackprämie in der Finanzkrise wirklich gebracht hat

In der Finanzkrise als beispielhafte Konjunkturmaßnahme gefeiert, nun heftig kritisiert: die Abwrackprämie. Eine Bilanz des umstrittenen Fördermodells.
05.05.2020 - 18:14 Uhr 4 Kommentare
In der Finanzkrise kam die Abwrackprämie zum Einsatz. Quelle: dpa
Schrottfahrzeuge

In der Finanzkrise kam die Abwrackprämie zum Einsatz.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Autoindustrie hat vor gut zehn Jahren schon einmal ihre Erfahrungen mit einer Kaufprämie gesammelt. Damals hatte die Finanzkrise die Autokonzerne in eine schwierige Lage gebracht. 2500 Euro gab es als Prämie vom Staat, wenn jemand sein altes Auto gegen einen Neuwagen tauschte. Die Autohersteller verdoppelten den Betrag.

Die Industrie freute sich: 2009 stieg die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 700.000 Autos oder 23 Prozent. 3,8 Millionen neue Pkws wurden in einem Jahr verkauft – so viel wie noch nie. Anfangs hatte die Bundesregierung 2,5 Milliarden Euro für das Programm bereitgestellt. Wegen der großen Nachfrage wurden daraus fünf Milliarden Euro.

Stefan Bratzel, Professor am Center of Automotive Management (CAM) der Fachhochschule Bergisch Gladbach, wertet die deutsche Verschrottungsprämie von 2009 als Erfolg. „Die Nachfrage wurde sehr stark angeregt und das hat der Autobranche unmittelbar geholfen“, sagt der Hochschullehrer.

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Ein Fördermodell sollte möglichst einfach ausgestaltet sein, so wie nach der Finanzkrise. Einzige Voraussetzung damals: Das Altfahrzeug musste mindestens neun Jahre alt sein.

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    In den Folgejahren haben die Verkaufszahlen zwar nachgegeben. Kunden hatten ihre Käufe vorgezogen, um sich die Prämie zu sichern. Deshalb ging es 2010 auf 2,9 Millionen verkaufte Pkws herunter.

    Für Hochschullehrer Bratzel ist das kein Konstruktionsfehler. Auch bei einer neuen Kaufprämie würde es wie 2009 wahrscheinlich zu einer vorgezogenen Nachfrage kommen. „Wir brauchen die Belebung jetzt. Die Kette mit Herstellern, Zulieferern und Händlern muss wieder in Gang kommen“, betont der Professor. Wenn die Nachfrage später wieder falle, sei die Branche stark genug, um eine Delle auszuhalten.

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    Mit der Verschrottungsprämie war Deutschland vor zehn Jahren Vorreiter für die meisten europäischen Länder. Wenig später folgten auch Frankreich, Italien und Großbritannien mit ähnlichen Förderprogrammen. Davon profitierten am Ende die starken deutschen Hersteller, die überall in Europa vertreten sind.

    Mehr: Bundesregierung stellt Kaufanreize für Autobranche in Aussicht – Entscheidung bis Juni.

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    4 Kommentare zu "Autoindustrie: Was die Abwrackprämie in der Finanzkrise wirklich gebracht hat"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Abwrackprämie hin, oder her, die drei Autoländer Bayern, BaWü, Niedersachsen schreien vehement nach Subventionen für ihre veraltete Autoindustrie, wo bleiben die restlichen 13 Bundesländer?
      Schauen wieder einmal in die Röhre?
      Sollte es wirklich so weit kommen, sollten die restlichen 13 Länder in Erwägung ziehen vor dem Bundesverfassungsgericht wegen Ungleichbehandlung zu klagen.
      Der einzige faire Weg wie alle Länder von einer derartigen Förderung profitieren würden scheint mir das Geld in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren.

    • Stimmer Herrn Groß vollkommen zu. Wenn die Investition kommen soll dann von den wirklichen Eigentümern: Familie Quandt, Klatten, Piech und ähnlichen Größen. Und dann auch nicht in das Auto an sich sondern moderne Infrastuktur wie E und H2 Ladesäulen. Außerdem war schon vor Corona klar...wir brauchen gar nicht soviel Autos und Home Officing extreme durch Corona hat das mehr als nur bewiesen. Deutschland musss jetzt den Strukturwandel weg vom Auto gehen und nicht wieder in diese Fatale Abhängigkeit eine Groß Industrie kommen, die Mafia mäßig unsere Demokratie zersetzt!

    • Sehr schwacher Artikel, der das Thema viel zu verkürzt darstellt. Es gibt gute, ausführliche Analysen der Abwrackprämie, die praktisch alle zu dem Ergebnis kommen, dass die Abwrackprämie eine Fehlkonstruktion war, die anvisierten Ziele nicht erreicht hat und ökonomisch und ökologisch kontraproduktiv war. Bis hin zur Schädigung der Automobilwirtschaft, da die Prämie den Gebrauchtwagenmarkt ruinierte, nach ihrem Auslaufen zu einer Rabattschlacht führte und das Preisgefüge ruinierte. Der Markt brauchte Jahre, um sich davon zu erholen. Auch das Handelsblatt hat an andere Stelle entsprechend berichtet, z.B. http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/oekonomie/wissenswert/wissenswert-was-die-abwrackpraemie-gebracht-hat/3640026.html („Fazit ist vernichtend“, „Strohfeuer“).

      Der Artikel hier beruht dagegen de facto nur auf der Äußerung eines FH-Professors – eines Mannes, der früher bei Daimler bzw. Smart gearbeitet hat und dessen Institut ganz wesentlich von Forschungsaufträgen der Automobilindustrie lebt. Bei solch einem „Kronzeugen“ wäre es das Mindeste gewesen, noch eine weitere Meinung eines Wissenschaftlers einzuholen, der nicht im Verdacht steht, Interessenkonflikte zu haben - wovon es in Deutschland genug gäbe.

    • Ein erneuter Versuch eine fehlgeleitete Industriebranche wieder finanziell
      aufzupeppen. Deutschland muß endlich weg von staatlichen Subventionen
      für die Automobilbranche und in eigene moderne Infrastruktur und Bildung
      und Gesundheit investieren.

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