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Autozulieferer3300 Jobs bedroht – Gewerkschaft wehrt sich gegen Schließung von Reifenwerken

Die Reifenhersteller Goodyear und Michelin planen, Werke in Deutschland zu schließen. Die IG BCE bringt deswegen Kooperationen mit Autoherstellern wie Tesla ins Gespräch. 08.03.2024 - 15:09 Uhr
Von den zwölf Reifenwerken in Deutschland ist laut IG BCE ein Drittel von der Schließung bedroht. Foto: dpa

Kassel. Betriebsräte und die Gewerkschaft IG BCE wehren sich gegen die geplante Schließung von vier Reifenwerken der Hersteller Michelin und Goodyear und gegen den Verlust von rund 3300 Jobs in Deutschland. In einem am Freitag veröffentlichten Forderungspapier nahmen sie Politik und Unternehmen in die Pflicht.

„Mit Reifen Made in Germany lässt sich bis heute gutes Geld verdienen, hier gibt es die nötigen Fachkräfte und das Know-how“, sagte IG-BCE-Vorstandsmitglied Francesco Grioli der Deutschen Presse-Agentur. Die Kürzungspläne seien schwer nachvollziehbar.

Um die Reifenproduktion in Deutschland zu halten, verlangen die Arbeitnehmervertreter von den Herstellern Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit, eine Modernisierung der Anlagen und die Umrüstung auf erneuerbare Energien, heißt es in der „Kasseler Erklärung“, die von 40 Betriebsratsmitgliedern beschlossen wurde.

Gefordert wird zudem eine engere Zusammenarbeit mit Standorten der Autoindustrie hierzulande, um die Effizienz zu steigern. Die Nähe des Goodyear-Werkes in Fürstenwalde zum Tesla-Werk in Grünheide etwa sei eine „ideale Option für eine effiziente Just-in-Time-Belieferung“. Sinnvoll sei auch eine engere Verzahnung der Forschungsabteilungen, sagte Grioli.

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Die Bundesregierung forderten IG BCE und Betriebsräte auf, für wettbewerbsfähige Energiepreise zu sorgen und Reifen aus Asien zu Dumpingpreisen den Zugang zum EU-Markt zu verweigern. „Die Politik muss einseitige Standortnachteile im globalen Wettbewerb vermeiden, um nicht selbst verursachte Schäden von der heimischen Reifenindustrie abzuwenden“, sagte Grioli.

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Von den laut IG BCE noch zwölf Reifenwerken in Deutschland ist ein Drittel von der Schließung bedroht. So hat der französische Hersteller Michelin im Herbst verkündet, die Werke in Karlsruhe und Trier bis Ende 2025 zu schließen und die Lkw-Neureifen- und Halbfabrikatfertigung im saarländischen Homburg einzustellen. Zudem plant Michelin, ein Kundenzentrum von Karlsruhe nach Polen zu verlagern. Begründet wurden die Maßnahmen, die mehr als 1500 Jobs betreffen, mit Billigkonkurrenz aus Asien. 

Der US-Konzern Goodyear will zudem die Reifenproduktion im brandenburgischen Fürstenwalde bis Ende 2027 schrittweise einstellen und sein Werk in Fulda 2025 schließen. Davon sind rund 1800 Jobs betroffen. Bereits im Jahr 2020 hatte Continental das Aus für ein Werk in Aachen bekannt gegeben.

dpa
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