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Biotech-FirmaChinesische Firma steigt bei Heidelberg Pharma ein – Aktie legt mehr als 50 Prozent zu

Mit dem Partner aus China will die Biotech-Firma die Entwicklung ihrer Krebsmedikamente vorantreiben. Die Aktie reagiert mit einem Kurssprung auf den Einstieg.Siegfried Hofmann 28.02.2022 - 15:04 Uhr Artikel anhören

Die Biotech-Firma arbeitet an Antikörpern, die Zellgift möglichst gezielt zu Krebszellen transportieren.

Foto: Heidelberg Pharma AG

Frankfurt. Das Biotech-Unternehmen Heidelberg Pharma verstärkt seine Finanzreserven und Forschungsaktivitäten über eine Allianz mit der chinesischen Huadong Medicines. Der Konzern will mehr als 100 Millionen Euro in das Unternehmen investieren und würde damit zum zweitgrößten Aktionär mit einem Kapitalanteil von künftig rund 35 Prozent aufsteigen, wie Heidelberg Pharma am Montag bekannt gab.

Hauptaktionär des börsennotierten Unternehmens bleibt die Dievini Hopp Biotech-Holding des SAP-Gründers Dietmar Hopp, bisher maßgeblicher Finanzier von Heidelberg Pharma. Die Börse reagierte am Montag mit einem Kurssprung von mehr als 50 Prozent. Die Aktie von Heidelberg Pharma konnte damit die Verluste der vergangenen Monate wieder wettmachen.

Das Unternehmen mit Sitz in Ladenburg bei Heidelberg gewährt Huadong im Zuge der Kooperation eine exklusive Lizenz für die Entwicklung und Kommerzialisierung der beiden Krebs-Wirkstoffkandidaten HDP-101 und HDP-103 in Asien (ohne Japan) sowie zusätzlich exklusive Optionen auf zwei weitere Portfoliokandidaten. Huadong werde damit zum strategischen Partner für die Produktentwicklung in Asien.

Die Chinesen zahlen dafür 17,5 Millionen Euro vorab und bis zu rund 400 Millionen Euro je Produkt in Abhängigkeit von bestimmten Entwicklungserfolgen. Das potenzielle Gesamtvolumen des Deals summiert sich damit auf bis zu 825 Millionen Euro.

Darüber hinaus will Huadong über eine Kapitalerhöhung und den Kauf von Anteilen des bisherigen Mehrheitseigners Dievini 105 Millionen Euro in die Beteiligung an Heidelberg Pharma investieren. Der Deal dürfte damit das bisher größte Engagement eines chinesischen Pharmaunternehmens in der deutschen Biotech-Branche sein.

Hopp-Gesellschaft Dievini will größter Aktionär bleiben

Hopps Beteiligungsgesellschaft Dievini, die bisher mehr als 70 Prozent des Kapitals hält, will auch nach dem Einstieg von Huadong größter Aktionär bleiben mit einem Anteil von künftig noch etwa 46 Prozent.

Die geplante Kapitalerhöhung soll ein Volumen von insgesamt 80 Millionen Euro umfassen, wobei Dievini seine Bezugsrechte Huadong überlassen will. Zusätzlich will Dievini neun Prozent des Kapitals an Huadong verkaufen.

Man entspreche damit dem Wunsch des chinesischen Partners, eine strategische Position bei Heidelberg Pharma aufzubauen. „Ansonsten hätten wir keine Anteile abgegeben“, sagte Christof Hettich, geschäftsführender Gesellschafter von Dievini und Aufsichtsratsvorsitzender von Heidelberg Pharma. Man sei sehr zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens.

Der Einstieg der chinesischen Firma steht noch unter dem Vorbehalt einer außenwirtschaftsrechtlichen Genehmigung. Außerdem macht Huadong den Deal davon abhängig, dass man von der Bafin von der Pflicht zur Abgabe eines Angebots befreit wird.

Firmenchef Jan Schmidt-Brand wertete Huadong als zuverlässigen langfristigen Investor, der die Unternehmensstrategie voll unterstütze. „Durch diese Partnerschaft werden wir in der Lage sein, unsere Produktentwicklung zu beschleunigen und unsere Pipeline zu erweitern“, sagte Schmidt-Brand am Montag.

Man sei überzeugt, dass die Expertise von Huadong und seine Kenntnis der Asien-Pazifik-Region sowohl die Zeit bis zur Markteinführung verkürzen als auch die kommerziellen Möglichkeiten für die eigenen Produkte in dem Gebiet maximieren werde.

Das börsennotierte chinesische Gesundheitsunternehmen erzielte zuletzt rund 5,2 Milliarden Dollar Umsatz, davon 1,7 Milliarden mit Arzneimitteln. Es gehört mehrheitlich zum Chemie- und Pharmakonglomerat China Grand Enterprise.

Antikörper sollen Zellgift transportieren

Heidelberg Pharma arbeitet an einer Reihe sogenannter Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC). Dabei handelt es sich um Antikörper, an die ein Zellgift gekoppelt ist. Diese sollen das Gift möglichst gezielt zu Krebszellen transportieren und dadurch gesundes Gewebe schonen. Das Konzept hat in jüngerer Zeit für einige Furore gesorgt und wird auch von diversen großen Pharmakonzernen wie Astra-Zeneca und Roche intensiv verfolgt. Mehrere Medikamente auf Basis der Technologie sind bereits auf dem Markt.

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Die Produkte von Heidelberg Pharma, bei denen das Pilzgift Amanitin mit einem Antikörper gekoppelt ist, befinden sich allerdings noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase. Für HDP-101 haben Mitte Februar die ersten klinischen Studien begonnen. Getestet wird der Wirkstoff dabei bei Patienten mit Multiplem Myelom, einer relativ häufigen Blutkrebsart. Das zweite Produkt, HDP-102, zielt auf Non-Hodgkin-Lymphome, eine andere Art von Blutkrebs. Es befindet sich aber noch in der präklinischen Testphase.

Darüber hinaus arbeitet Heidelberg Pharma an weiteren Wirkstoffen auf Basis seiner ADC-Technologie gegen verschiedene andere Krebsarten, darunter auch Prostatakrebs. Auch diese Projekte befinden sich noch in präklinischen Forschungsphasen. Erste klinische Tests für diese Wirkstoffe plant Heidelberg Pharma für 2023.

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