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Biotech-Unternehmen Katarischer Staatsfonds steigt bei Curevac ein

Das Tübinger Unternehmen hat einen weiteren großen Investor gefunden. Curevac hat damit insgesamt mehr als eine halbe Milliarde Euro eingesammelt.
21.07.2020 Update: 21.07.2020 - 12:26 Uhr Kommentieren
Das Tübinger Unternehmen, das bisher maßgeblich von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp finanziert wurde, gehört zu den führenden Entwicklern von Impfstoffen auf Basis von Botennukleinsäuren (mRNA) und gilt damit auch als einer der aussichtsreichen Akteure in der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen. Quelle: Reuters
Curevac-Labor

Das Tübinger Unternehmen, das bisher maßgeblich von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp finanziert wurde, gehört zu den führenden Entwicklern von Impfstoffen auf Basis von Botennukleinsäuren (mRNA) und gilt damit auch als einer der aussichtsreichen Akteure in der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen.

(Foto: Reuters)

Berlin, Frankfurt, Düsseldorf Das Biotech-Unternehmen Curevac hat am Dienstag den Abschluss einer privaten Finanzierungsrunde über einen Gesamtbetrag von 640 Millionen Dollar (560 Millionen Euro) bekanntgegeben. Die Finanzierungsrunde beinhalte bereits bekanntgewordene Kapitalbeteiligungen der Bundesregierung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über 343 Millionen Dollar (300 Millionen Euro) und des britischen Konzerns Glaxo-Smithkline (GSK) über 171 Millionen Dollar (150 Millionen Euro).

Zusätzlich hätten sich die Qatar Investment Authority (QIA) und eine Gruppe bestehender und neuer Investoren mit zirka 126 Millionen Dollar (110 Millionen Euro) beteiligt, teilte Curevac am Dienstag mit.

Der Staatsfonds des Emirates Katar ist nach GSK und der Bundesregierung, die ihre Kapitalbeteiligung Mitte Juni zugesagt hatte, bereits der dritte große Investor, der innerhalb weniger Wochen bei Curevac eingestiegen ist. Wie viel der 126 Millionen Dollar von QIA stammen und welchen Anteil sich der katarische Staatsfonds damit an dem Biotech-Unternehmen sichert, blieb zunächst unklar.

QIA legt zusammen mit der staatlichen Qatar Holding die Überschüsse aus den Erlösen des weltgrößten Flüssiggasexporteurs an. Neben Staatsanleihen investiert der Staatsfonds vor allem in Unternehmen – auch in Deutschland. Neben dem Londoner Luxuskaufhaus Harrods und Beteiligungen an der Londoner Börse, der Handelskette Sainsbury's, den französischen Konzernen Vinci und Lagardère, dem New Yorker Schmuckhersteller Tiffany & Co., dem Rohstoffhändler Glencore, dem Flugzeugbauer Airbus, France Telecom, Veolia, Air Liquide, Areva, großen Immobilien-Engagements und Beteiligungen an Banken wie Barclays oder der Credit Suisse sind dies in Deutschland nennenswerte Anteile an Volkswagen, der Deutschen Bank, Siemens und Hapag-Lloyd. QIA ist nach Angaben des renommierten Sovereign Wealth Fund Institute der neuntgrößte Staatsfonds der Welt mit etwa 300 Milliarden Dollar verwaltetem Vermögen.

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    Katars Emir, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, hatte Ende 2018 weitere zehn Milliarden Euro an Investitionen in deutsche Firmen binnen fünf Jahren angekündigt. Damit steigert das kleine Emirat am Golf sein Deutschland-Engagement auf 35 Milliarden Euro – und wird vor Kuwait (bisher 27 Milliarden Euro) größter Golf-Investor in der Bundesrepublik. Das Geld solle vor allem in den deutschen Mittelstand investiert werden, sagten katarische Diplomaten dem Handelsblatt.

    Viele der Milliarden sollen über QIA und mit Hilfe der Deutschen Bank investiert werden, erfuhr das Handelsblatt von Beteiligten. Chairman von QIA ist Katars Vize-Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani. Er hatte in einem Handelsblatt-Interview große Investments in Deutschland angekündigt: „Wir sehen eine Vielzahl von Möglichkeiten für weitere Investitionen in Deutschland. Wir diskutieren einige Projekte sehr konkret, und wir haben einen Teil unserer Ankündigungen bereits am Kapitalmarkt und mit anderen Deals umgesetzt.“

    Der Curevac-Deal passt ideal in die Anlagestrategie, sich nach Beteiligungen an Großkonzernen nun verstärkt im Mittelstand zu engagieren.

    Forschungskooperation mit Glaxo-Smithkline

    Mit dem britischen Konzern Glaxo-Smithkline (GSK) verabredete Curevac eine Forschungskooperation im Bereich mRNA-Impfstoffe und monoklonale Antikörper. GSK wird künftig knapp zehn Prozent des Kapitals halten.

    Hinzu kommen eine Einmalzahlung von rund 120 Millionen Euro, 30 Millionen Euro Zuschuss für den Aufbau von Produktionsanlagen und weitere Zahlungen von bis zu 700 Millionen Euro in Abhängigkeit von bestimmten Entwicklungs- und Vermarktungserfolgen. Das Gesamtvolumen der Allianz kann damit rund eine Milliarde Euro erreichen.

    Das Tübinger Unternehmen, das bisher maßgeblich von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp finanziert wurde, gehört zu den führenden Entwicklern von Impfstoffen auf Basis von Botennukleinsäuren (mRNA) und gilt damit auch als einer der aussichtsreichen Akteure in der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen.

    Bei dieser neuartigen mRNA-Technik besteht der Impfstoff nicht aus Viren oder Proteinen, sondern aus genetischen Bauplänen zur Produktion von sogenannten Antigenen in den Körperzellen. Auf diese Antigene wiederum reagiert dann das Immunsystem mit einer Abwehrreaktion, die dann auch vor dem eigentlichen Virus schützen soll. Der Einstieg von Glaxo-Smithkline erfolgt offenbar unabhängig von den weitreichenden Curevac-Anstrengungen, einen Impfstoff gegen Covid-19 zu entwickeln. Das Tübinger Unternehmen hatte Ende Juni mit den ersten klinischen Versuchen begonnen.

    Hier befindet sich Curevac in einem Wettlauf mit der Mainzer Biontech und dem US-Biotechunternehmen Moderna, die ebenfalls an mRNA-basierten Impfstoffen arbeiten und inzwischen auch bereits erste klinische Daten aus ihren Studien publiziert haben. Curevac liegt gegenüber diesen Unternehmen etwa zwei Monate zurück, verfügt nach eigener Einschätzung aber über einen besonders effizienten Impfstoffkandidaten.

    Mehr: Neue Studie stärkt Hoffnung auf Corona-Impfstoff

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