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Britischer Industriekonzern Liberty Steel legt Angebot für Thyssen-Krupp-Stahlsparte vor

Der britische Stahlkonzern will die angeschlagene Sparte übernehmen. Die Gewerkschaft geht jedoch gegen einen Verkauf auf die Barrikaden.
15.10.2020 Update: 16.10.2020 - 12:07 Uhr 3 Kommentare
ThyssenKrupp Aktie: IG Metall lehnt Übernahme der Stahlsparte ab Quelle: dpa
Stahlarbeiter

Ein Stahlarbeiter steht auf dem Gelände von Thyssen-Krupp vor einer Stahlblechrolle.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der britische Stahlkonzern Liberty Steel will die angeschlagene Stahl-Sparte von Thyssen-Krupp übernehmen. Das Londoner Unternehmen legte ein indikatives Angebot vor, wie es am Freitag mitteilte. Weitere Angaben über Details machte Liberty Steel zunächst nicht. Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet.

Durch einen möglichen Zusammenschluss beider Stahlkocher könnten diese den Herausforderungen der europäischen Stahlindustrie besser begegnen, warben die Briten. Veränderungen müssten „partnerschaftlich mit Mitarbeitenden gestaltet werden“. Zu einem möglichen Preis äußerten sie sich in einer Erklärung nicht. Zur Finanzierung hieß es dort, die Offerte werde von „einer Reihe von Finanzinstitutionen“ unterstützt.

Insidern zufolge führt Credit Suisse die Banken an. Liberty wolle genauer in die Bücher der Stahlsparte schauen, „um potentiell ein verbindliches Angebot vorlegen zu können“, teilte das Unternehmen weiter mit. Die mit Thyssen-Krupp geführten Gespräche seien nicht exklusiv.

„Wir haben heute ein indikatives Angebot für einen Erwerb des Stahlgeschäfts erhalten“, hieß es von Thyssen-Krupp. „Dieses Angebot schauen wir uns jetzt sorgfältig an. Gleichzeitig werden wir die Gespräche mit anderen potenziellen Partnern in gleicher Weise wie bisher konsequent fortsetzen. Unser Ziel ist es, das Stahlgeschäft nachhaltig zukunftsfähig zu machen. Es kommt für uns darauf an, dafür die beste Lösung zu finden.“

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    Zuvor hatte sich die IG Metall bereits gegen das Übernahmeangebot in Stellung gebracht. „Liberty will offenbar im Ein-Euro-Laden einkaufen“, sagte NRW-Bezirkschef Knut Giesler am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

    Bei einem Verkauf des Stahlgeschäfts an Liberty drohe eine Zerschlagung von Thyssen-Krupp Steel Europe und der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze. „Das ist genau das, wovor wir gewarnt haben. Die Politik muss jetzt handeln.“ Am Vormittag wollen Stahlkocher von Thyssen-Krupp in Düsseldorf für einen Staatseinstieg bei der Stahlsparte demonstrieren.

    Die in den vergangenen Monaten arg gebeutelten Thyssen-Krupp-Aktien schossen am Freitagmorgen um bis zu knapp einem Viertel nach oben. Zuletzt lagen sie noch rund 5,8 Prozent im Plus bei 4,89 Euro und waren damit stärkster Wert im MDax. Die Papiere hatten im bisherigen Jahresverlauf rund 60 Prozent eingebüßt.

    Nach dem milliardenschweren Verkauf der Aufzugsparte könnte sich der Ruhrgebietskonzern damit auch von seinen Wurzeln trennen. Auch die indische Tata-Gruppe sowie der schwedische SSAB-Konzern gehörten zu den Interessenten, hieß es in dem „Spiegel“-Bericht.

    Liberty Steel hat insgesamt mehr als 30.000 Mitarbeiter in Europa, Großbritannien, den USA und China und verfügt über eine Produktionskapazität von 18 Millionen Tonnen. Gegründet wurde das Unternehmen 1992 von Sanjeev Gupta. Er baute den Konzern auch durch Übernahmen aus, darunter Geschäfte von Tata Steel Europe sowie von Arcelor-Mittal.

    Forderungen nach Staatseinstieg

    Ein Verkauf der Stahlsparte würde de facto bedeuten, dass sich Thyssen-Krupp aufspalte, da bereits das Aufzuggeschäft veräußert sei und auch andere Bereiche noch zum Verkauf stünden, erklärte der Händler. So hatten die Essener Ende Juli die Aufzugsparte für gut 17 Milliarden Euro an Finanzinvestoren verkauft und sich finanziell damit Luft verschafft.

    Thyssen-Krupp braucht seit Jahren Geld, um den Konzernumbau zu stemmen und die Schulden zu senken. Die Coronakrise macht den Essenern bei den ursprünglichen Plänen jedoch einen Strich durch die Rechnung, in diesem Geschäftsjahr erwarten sie einen Milliardenverlust.

    Die Zukunft des Stahlgeschäfts trieb Anlegern zuletzt denn auch häufiger Sorgenfalten in die Stirn. Die IG Metall hatte vor einigen Tagen einen Einstieg des Staates in die Stahlsparte des Essener Traditionskonzerns als Rettungsmaßnahme gefordert. Aus der Politik waren aber ablehnende Signale gekommen.

    Mehr: Der Staat sollte sich an Thyssen-Krupp beteiligen – ein Kommentar.

    • rtr
    • dpa
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    Mehr zu: Britischer Industriekonzern - Liberty Steel legt Angebot für Thyssen-Krupp-Stahlsparte vor
    3 Kommentare zu "Britischer Industriekonzern : Liberty Steel legt Angebot für Thyssen-Krupp-Stahlsparte vor"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Liberty Steel ist einer von vielen Totengräber bei Thyssen-Krupp.
      Sie wollen nur sehr schnell viel Geld, ohne Produktion und Arbeitsplätze zu sichern oder auch nur zu erhalten, kassieren.
      Danach die Sintflut.

    • Die Totengräberinnen von thyssnkrupp heißen: Ganther, Merz und Vestager. Der letzte Vorstandsvorsitzende, namens Hiesinger, der eine schlüssige Strategie hatte, nämlich den Konzern rund um die Sparte Elevators aufzustellen, wurde von Ganther abgesägt. Es gibt einige Artikel, wie Frau Ganther wohl die Macht auf dem Hügel zu Kopf gestiegen ist und sie gleichzeitig nie in der Lage war, entweder selbst ein schlüssiges Konzept für den Konzern zu entwerfen oder aber wenigstens als Vertreterin des größten Aktionärs Cevian in die Schranken zu weisen. Anstatt Hiesinger und Lehner den Rücken gegen Cevian zu stärken, um diesen die Umsetzung einer sinnvollen Strategie zu ermöglichen, ist sie ihnen in den Rücken gefallen und lieber selbst in den Aufsichtsrat eingezogen. Wie die Frau Vorsitzende der Stiftung (in der auch Laschet sitzt) werden und sich so eine Machtposition aufbauen konnte, weiß niemand - am überragenden Gespür und Verständnis für Strategie und da Geschäft kann es nicht gelegen haben.
      Und dann Frau Merz: Als Aufsichtsratsvorsitzende trägt sie erst Hiesingers und Kerkhoffs Strategie mit und ist für die Aufspaltung des Konzerns, eben weil es unmöglich ist, in Deutschland wirtschaftlich Stahl zu kochen. Dann - und hier kommt die dritte Totengräberin ins Spiel - nachdem Vestager sich profilieren will und aus unerfindlichen Gründen trotz Stahlschwemme, Subventionierung anderer Werke durch ihre Regierungen (RIVA) und Billigimporten auch noch Auflagen für eine Fusion mit Tata macht (wo war die Bundesregierung?) will sie diese doch lieber nicht annehmen und bläst die Fusion ab. Stattdessen wird sie selbst Vorstandsvorsitzende und erklärt nun die Stahlsparte zum Kerngeschäft! Ganz im Sinne CEVIANS verkauft sie den einzigen Gewinnbringer. Übrig geblieben ist Rudis Resterampe von Verlustbringern - eine erkennbar unsinnige Strategie! Im Vergleich dazu war selbst die irrsinnige Strategie von Baumann bei Bayer, Monsanto zu kaufen, noch rational.

    • Was ist nur aus dem einstigen Giganten der Deutschen-Wirtschaft geworden - ein Wrack seiner selbst !!
      Durch jetzt schon jahrzehnte langer Managementfehler ist es Zeit den ehemaligen Dino endgültig zu zerschlagen.
      Cromme und Schulz haben mit ihrer Amerikavision das Ende eingeläutet und statt die Stahlsparte zu Fusionieren oder zu Verkaufen wurde das Tafelsilber durch das heutige Management verscherbelt.
      Es muß doch einem zu denken geben, dass nach Hiesingers schäbigen Abgang niemand mehr sich auf den Chefsessel setzen wollte.
      Das Ende wird kommen, die Manager machen sich noch die Säckel voll und der doofe bleibt der Arbeiter und der Kleinaktionär.
      Leb wohl !!

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