Deutschland: Hindert die Bürokratie der Bundeswehr die Zusammenarbeit?
Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) fordert von der Wirtschaft mehr Unterstützung für die Bundeswehr, indem Unternehmen Personal für die Reserve freistellen. Grund der Überlegungen: Wegen der Bedrohung durch Russland will die Bundesregierung die deutschen Streitkräfte deutlich aufstocken.
Die aktuellen Diskussionen um mögliche Sicherheitsgarantien Europas für die Ukraine machen das umso dringlicher. Für eine deutliche Aufstockung des Personals sind allerdings Zehntausende neue Reservisten nötig, Jahr für Jahr.
Recherchen des Handelsblatts zeigen, dass die Bereitschaft in der Wirtschaft sehr hoch ist – und viele Unternehmen längst an eigenen Initiativen arbeiten, um die Reserve der Bundeswehr zu stärken.
So sind Konzerne wie die Deutsche Bahn, Trumpf, Amazon oder Covestro bereit, Mitarbeitende zehn Tage im Jahr für den Dienst oder die Ausbildung in der Reserve freizustellen.
Allerdings steht sich die Bundeswehr mit ihrer Bürokratie bislang selbst im Weg: Ein System für die Personalgewinnung, Erfassung und Betreuung für angehende Reservisten in Unternehmen existiert bislang nicht. „Wir erwürgen uns selbst mit unseren eigenen Vorschriften“, kritisiert ein ranghohes Mitglied der Bundeswehr.
Wie es trotzdem gelingen kann, mithilfe der Wirtschaft die Reserveeinheiten der Bundeswehr schnell aufzufüllen, zeigen konkrete Beispiele aus den Unternehmen.