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Drogen-Epidemie in den USA Kalter Entzug für die Pharma-Riesen

Zehntausende Tote – zahllose Abhängige: Die Pharma-Konzerne geraten wegen der Drogen-Epidemie in den USA unter Druck. Sie sollen süchtig machende Medikamente verharmlost haben. Präsident Trump reagiert nur halbherzig.
27.10.2017 - 13:53 Uhr Kommentieren
60 000 Menschen sind im vergangenen Jahr in den USA an Opioid-haltigen Drogen oder Schmerzmitteln gestorben. Quelle: Reuters
Drogen-Spritze in US-Kleinstadt

60 000 Menschen sind im vergangenen Jahr in den USA an Opioid-haltigen Drogen oder Schmerzmitteln gestorben.

(Foto: Reuters)

New York Lindsey Rigney war 15, als sie bei einem Autounfall verletzt wurde. Gegen die Schmerzen verschrieben die Ärzte ihr Opioid-haltige Medikamente. Die waren so stark, dass die Teenagerin abhängig wurde. Als Lindsey keine Rezepte mehr vom Arzt bekam, stieg sie auf Heroin um, das in den USA billig zu kaufen ist. Um davon wegzukommen, ging sie später in die Entzugsklinik. Doch 24 Stunden nach ihrer Rückkehr nach Hause nahm Lindsey wieder Heroin. Eine Überdosis. Die Eltern konnten sie zwar wiederbeleben und ins Krankenhaus bringen. Aber wenige Stunden nach der Entlassung starb sie. Da war Lindsey 21.

Geschichten wie die von Lindsey sind in den USA alltäglich. Allein im vergangenen Jahr sind rund 60 000 Menschen an Opioid-haltigen Drogen oder Schmerzmitteln gestorben – sechs Mal so viele wie 1990.

US-Präsident Donald Trump hat die Opioid-Epidemie am Donnerstag zum nationalen Gesundheits-Notstand erklärt. Vor allem in ländlichen Gegenden und in der weißen Mittel- und Unterschicht gibt es kaum eine Familie, die keinen Drogen- oder Arzneimittelabhängigen in ihrem Umfeld kennt.

„Die Zahl der Drogentoten durch verschreibungspflichtige Schmerzmittel hat die durch Kokain und Heroin seit 2002 überholt“, schreibt die US-Behörde zur Drogenbekämpfung DEA in ihrer jüngsten Studie diese Woche. „Verschreibungspflichtige Schmerzmittel werden von mehr Menschen genutzt als Kokain, Heroin, MDMA, Methamphetamine und PCP zusammen“, stellt die Studie fest.

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    Viele Familienangehörige und auch Staatsanwälte sehen die Verantwortung bei den Pharma-Firmen und anderen Spielern im Gesundheitssystem. Zu leicht werden ihrer Ansicht nach in den USA starke Schmerzmittel verschrieben, die süchtig machen: Bei chronischen Schmerzen ebenso wie nach dem Zahnarztbesuch, und das oft ohne jede Warnung.

    Fast jeder fünfte Amerikaner hat im vergangenen Jahr Opioid-haltige Mittel verschrieben bekommen. Viele Menschen gewöhnen sich an die Medizin und wenn die Ärzte sie nicht mehr verschreiben, besorgen sie sich diese illegal. Oder sie steigen auf Heroin um, was oft günstiger ist. Vier von fünf Heroin-Nutzern geben an, zuvor verschreibungspflichtige Opioid-haltige Schmerzmittel genommen zu haben. So wie Lindsey.

    Zehn Staaten und Dutzende Gemeinden haben bereits Pharma-Unternehmen wie Purdue, Endo, Johnson & Johnson und Allergan verklagt. Sie werfen ihnen vor, die Gefahr der Abhängigkeit heruntergespielt zu haben. „Die Beweise werden zeigen, dass diese Unternehmen Abertausende Menschen in Ohio – unsere Freuende, unsere Verwandten, unsere Mitarbeiter, unsere Kinder – abhängig gemacht haben von Opioide-haltigen Schmerzmitteln, was zu oft zum Gebrauch billigerer Alternativen wie Heroin oder synthetischen Opioiden geführt hat“, ist etwa der Generalstaatsanwalt von Ohio Mike DeWine überzeugt.

    Skrupellose Manager, korrupte Ärzte
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