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Elektromobilität

Tesla-Chef Elon Musk hat entscheidene Vorsprünge gegenüber deutschen Autobauern

(Foto: REUTERS)

Elektroautobauer Warum ist Tesla an der Börse mehr wert als VW, Daimler und BMW?

Die Tesla-Aktie stieg diese Woche über die Marke von 1000 Dollar. Der Elektroautobauer ist an der Börse mehr wert als Volkswagen, Daimler und BMW zusammen. Aber ist das Start-up von Elon Musk wirklich besser?
12.06.2020 - 08:21 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 12. Juni 2020 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Es war eine der Schlagzeilen der Woche an den Finanzmärkten: Die Aktie von Tesla hat am Mittwoch erstmals seit dem Börsengang vor zehn Jahren die 1000-Dollar-Marke geknackt. Seit dem Absturz im Sog des weltweiten Corona-Börsencrashs bis auf 350 Dollar Mitte März hat sich der Kurs nun fast verdreifacht.

Tesla-Aktie: Warum ist Tesla mehr wert als Volkswagen?

Und mehr noch: Tesla ist an der Börse inzwischen mehr wert als Volkswagen, Daimler und BMW zusammen. Mehr als 180 Milliarden Dollar beträgt aktuell (Stand: 12. Juni 2020) der Marktwert von Tesla – etwa 20 Milliarden Dollar mehr als die drei großen deutschen Autokonzerne.

Der Wert ergibt sich, wenn man die Zahl aller im Umlauf befindlichen Aktien mit dem Börsenkurs multipliziert. Börsenprofis nennen es Marktkapitalisierung. Doch ist Tesla wirklich erfolgreicher als die deutschen Hersteller? Hier ziehen wir einen Vergleich mit dem Volkswagen-Konzern, der besonders viel Geld in seine Elektro-Offensive gesteckt hat.

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    Tesla-Marktkapitalisierung: Warum ist der Marktwert von Tesla so hoch?

    Bis heute hat Tesla mit seiner Limousine „Model S“ rund acht Jahre Erfahrung im Bau von Elektroautos und bei der Entwicklung von leistungsstarken Batterien. Die Fahrzeuge des amerikanischen E-Auto-Pioniers sind den Modellen deutscher Firmen damit bisher technisch überlegen. Lediglich bei der Verarbeitung und Bauqualität der Karosserie haben VW und Co. noch einen kleinen Vorsprung gegenüber Tesla, wobei auch Musks Firma aufholt.

    An der Börse wird die Zukunft gehandelt. Anleger suchen nach Unternehmen, deren Aktien sie im Moment noch für günstig halten und von denen sie überzeugt sind, dass sie in Zukunft an Wert gewinnen werden. Zukünftig, da sind sich viele Experten einig, werden immer mehr Autos elektrisch fahren. Im Moment hat die Börse deswegen mehr Vertrauen in Tesla als in Volkswagen. Finanzexperten sehen für Tesla vor allem Wachstumschancen in China – auch, weil das Unternehmen etwa gegenüber VW einen technischen Vorsprung hat.

    Tesla-Aktie: Wo ist Tesla besser als Volkswagen?

    Was Reichweite, Know-how, vorhandene Ladestationen oder auch Beschleunigung betrifft, haben Volkswagen und alle anderen deutschen Hersteller mit den meisten Elektro-Modellen (Bsp. Audi E-Tron, Mercedes EQC, Porsche Taycan, VW ID.3) bisher das Nachsehen. Mit Blick auf das Herzstück eines Elektroautos, die Batterie, soll Tesla sogar einen immensen Vorsprung haben.

    Ein Beispiel: Das kleine Model 3 von Tesla kommt in der Standardausführung mit einer Akkuladung bis zu 409 Kilometer weit. Ein Premiummodell wie das Model S schafft sogar 560 Kilometer. Bei VWs „ID.3 1st“ ist dagegen nach 330 Kilometer Schluss. Größere Akkus, die bis zu 550 Kilometer weit reichen sollen, seien in Arbeit, heißt es von VW.

    Updates der Fahrzeugsoftware werden bei Tesla direkt über das Internet aufgespielt, wie auf einem Smartphone. Das nennen die Amerikaner „Over-the-air“. Fahrer anderer Fabrikate müssen für ein Update immer noch in die Werkstatt.

    Und: Viele Funktionen, die in Deutschland noch nicht verwendet werden dürfen oder erst erprobt werden, sind in Tesla-Modellen schon verbaut. Sie können später freigeschaltet werden. Der Autopilot ist so ein Feature. Kritiker werfen Tesla deswegen aber vor, einen sogenannten „Betatest auf der Straße“ mit seinen Kunden zu machen.

    Tesla-Marktwert: Wie viele verkaufte Fahrzeuge haben Tesla und Volkswagen?

    Für Volkswagen läuft es bei den Neuwagenverkäufen trotz Dieselkriese prächtig. Auch 2019 ist es dem Konzern mit Marken wie VW, Audi, Porsche, Seat und Skoda gelungen, seine Auslieferungen zu steigern. Knapp elf Millionen Neufahrzeuge verkaufte der Konzern im vergangenen Jahr – 1,3 Prozent mehr als noch 2018.

    Doch die Zahlen haben eine Schwäche: Sie sagen wenig darüber aus, wer wirklich der beste Autohersteller der Welt ist. Denn fast alle Autos von Volkswagen haben noch einen Verbrennungsmotor mit Diesel oder Benzin. Nur knapp 140.000 Fahrzeuge fahren ausschließlich mit einem Elektromotor. Das sind nur etwas mehr als ein Prozent.

    Tesla dagegen verkaufte 367.500 Elektroautos. Wenn Auto-Experten Hersteller miteinander vergleichen, dann schauen sie unter anderem auf den Börsenwert (Marktkapitalisierung) je ausgeliefertes Auto. Und der war bei Tesla zuletzt 30-mal höher als bei VW. Das legt nahe, dass Elektromobilität für die Börse ein wichtiges Zukunftsthemen ist.

    Tesla vs. Volkswagen: Wo ist Volkswagen besser als Tesla?

    VW verfügt über viel Wissen, Kontakte und Kompetenz in der Fertigung von Autos. Mit vielen Standorten, einem riesigen Netzwerk an Zuliefern und Abläufen, die aufeinander abgestimmt sind, punktet der Wolfsburger Konzern gegenüber Tesla. Doch noch sind VWs Fabriken vor allem auf Verbrennungsmotoren ausgerichtet.

    Zwar plant Volkswagen Schritt für Schritt die Umstellung auf Elektroantriebe, das wird dauern und viel Geld kosten. Ist die Transformation jedoch einmal geschafft, kann VW mit vielen Fabriken weltweit auch viele E-Autos produzieren.

    Mit seinem so genannten Baukastenprizip „MEB“ (Modularer E-Antriebs-Baukasten) ist VW seinem Konkurrenten sogar schon einen Schritt voraus. Teile wie Batterien, Antrieb oder Achse sollen aus einer Art Musterkatalog in jedes Elektroauto eingebaut werden, das die Wolfsburger zukünftig produzieren– egal ob Kleinwagen, Sportwagen oder SUV.

    Und dann hat VW auch noch sein großes Vertriebsnetz. Mit Vertragshändlern, Verkaufshallen, Werkstätten und Kooperationspartnern kann Volkswagen sofort mit dem Verkauf in die breite Fläche gehen und viele Leute ansprechen. Das kostet zwar viel Geld, ist aber (zumindest bisher) wirkungsvoll.

    Tesla dagegen setzt auf einen reinen Onlinevertrieb. Wenige kleine Shops in namenhaften Städten, wo sich Kunden lediglich Modelle anschauen können. Probefahren, Reparaturen anmelden oder Kaufen geht meist nur über Tesla direkt und per Internet. So hat Tesla geringere Kosten, aber eben auch weniger Vertriebsmöglichkeiten in der Gesamtfläche.

    Das Rennen bleibt in jedem Fall spannend.

    Hinweis der Redaktion: Teile des Artikels sind erstmals im Januar 2019 erschienen. Anlässlich der Entwicklungen an der Börse haben wir den Beitrag aktualisiert.

    Mehr:CO2-Wunder oder Klima-Mogelpackung? So grün ist der Hybridantrieb

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