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Fahrzeughersteller „Affront“ um Getriebewerk: Betriebsrat greift Opel-Manager an

Opel will in seinem Stammwerk ein drittes Modell bauen und im Gegenzug das Getriebewerk schließen. Letzteres erzürnt die Arbeitnehmervertreter.
02.06.2020 - 16:07 Uhr Kommentieren
Der Betriebsrat kritisiert Pläne der Opel-Führung. Quelle: dpa
Opel in Rüsselsheim

Der Betriebsrat kritisiert Pläne der Opel-Führung.

(Foto: dpa)

München Für Opel-Chef Michael Lohscheller ist es ein Tag der Freude. Am Dienstag bestätigte der Manager via Pressemitteilung einen Bericht des Handelsblatts, wonach der Autobauer in seinem Stammwerk künftig ein drittes Model fertigen wird. Konkret plant Opel ab Mitte 2021 ein Kompaktmodell von DS zu fertigen, einer Premiummarke des französischen Mutterkonzerns PSA.

Die Ansiedlung des Modells sei eine „großartige Nachricht“, konstatierte Lohscheller. Der 51-Jährige sprach von einem „Vertrauensbeweis“ in den Standort mit seinen 2400 Mitarbeitern. Zugleich hatte der Opel-Frontmann für seine Truppe aber auch eine schlechte Nachricht parat: Die seit 1899 bestehende Fertigung von Getrieben sowie von Schmiedeteilen soll bis Ende 2021 auslaufen. Dieses Vorhaben erzürnt nun die Arbeitnehmervertreter.

„Es ist bedauerlich, dass nach Monaten der guten Zusammenarbeit zuletzt in der Coronakrise die Geschäftsleitung heute mit einer Kommunikation zur beabsichtigten Schließung von Getriebewerk und Schmiede an die Belegschaft herangetreten ist“, heißt es in einem internen Rundschrieben des Opel-Betriebsrats, das dem Handelsblatt vorliegt. Die Interessensvertreter wurden eigenen Angaben zufolge erst vergangenen Freitag von den Plänen informiert. Die nun erfolgte „Schließungserklärung“ bezeichnet der Betriebsrat als „Affront“ und kritisiert offen die „Gesprächskultur“ des Managements.

Auch Rudolf Luz von der Gewerkschaft IG Metall zeigte sich irritiert. Das Opel-Aufsichtsratsmitglied begrüßt zwar ausdrücklich die Investitionsentscheidung für das dritte Modell, kritisiert zugleich aber den Plan, zwei Fabrikteile, in denen rund 200 Mitarbeiter arbeiten, zu schließen. „Die Ankündigung über eine Presseerklärung ist mindestens einmal schlechter Stil und verunsichert die betroffenen Beschäftigten zutiefst. Das können wir nicht akzeptieren“, erklärte Luz.

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Standort erkennen

    Der Gewerkschafter will sich dafür einsetzen, dass „Rüsselsheim nicht zum reinen Montagewerk wird, sondern weiterhin Standort einer vollstufigen Automobilproduktion und -entwicklung bleibt“. Der Betriebsrat betont, dass Opel und dessen Mutter PSA zwar die Absicht erklärt hätten, keine Getriebe und Schmiedeteile mehr in Rüsselsheim zu fertigen. „Das heißt jedoch keineswegs, dass dies das letzte Wort bleibt“, heißt es in dem Schreiben an die Belegschaft.

    Die Arbeitnehmervertreter versuchen das Aus der Getriebefertigung noch irgendwie zu verhindern. Doch Opel-Chef Lohscheller will an seinem Entschluss festhalten. Klassische Getriebe werden in Elektroautos nicht mehr benötigt und gelten daher in Branchenkreisen als Auslaufmodell.

    Die Beschwerden des Betriebsrats und der IG Metall „kann die Geschäftsleitung nicht nachvollziehen“, heißt es in einem Rundschreiben des Opel-Managements an die Mitarbeiter. Und weiter: „Wir investieren Millionen in ein drittes Modell für Rüsselsheim. Das ist eine großartige Nachricht! Wir sind überrascht, wie wenig eine so wichtige positive Mitteilung gewürdigt wird“.

    Man wolle mit den Arbeitnehmervertretern nun das Gespräch suchen und Lösungen finden, betont Opel. Ziel sei es, den betroffenen Beschäftigten in der Getriebefertigung und der Schmiede Zukunftsperspektiven aufzeigen, etwa durch Qualifizierungsmaßnahmen. Viele könnten künftig in anderen Fertigungsbereichen eingesetzt werden.

    „Das sture Festhalten an allen alten Formaten ist aber nicht zielführend. Im Gegenteil! Wir müssen agiler werden, wenn wir die Transformation der Branche und die aktuelle Weltwirtschaftskrise meistern wollen“, heißt es in dem Schreiben. Opel richtet abschließend noch einen Appell an seine Beschäftigten: „Veränderung sollten wir als große Chance sehen, nicht als Gefahr“.

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