Guillaume Faury: Airbus-Chef – „Die deutsche Haltung bei Rüstungsexporten ist ein echtes Problem“
Guillaume Faury kritisiert die deutschen Regeln für Rüstungsexporte.
Foto: BloombergParis. Airbus-Chef Guillaume Faury kritisiert die restriktiven deutschen Regeln für Rüstungsexporte als Hindernis für europäische Verteidigungsprojekte. „Die Haltung der deutschen Regierung bei Rüstungsexporten in einige Länder stellt ein echtes Problem dar“, sagte Faury dem Handelsblatt. „Wenn Deutschland ein vertrauenswürdiger Partner bei großen Rüstungsprojekten sein will, muss es die Frage der Exportkontrolle mit den anderen Europäern und nicht gegen sie klären.“
Die Bundesregierung sperrt sich gegen den Export von Eurofighter-Kampfjets nach Saudi-Arabien. Der Eurofighter ist der wichtigste Umsatztreiber von Airbus Defence and Space, der mit 11,2 Milliarden Euro zweitgrößten Sparte des Konzerns. Faury sagte, die deutsche Entscheidung habe „sehr negative Auswirkungen“.
Der Airbus-Chef spricht im Interview mit dem Handelsblatt und der französischen Wirtschaftszeitung „Les Échos“ auch über die kürzlich verkündete Neuorganisation der Zivilflugzeugsparte: „Mit der neuen Organisation schaffen wir ein Team, das sich dem operativen Geschäft widmet. Und ein anderes Team, das sich auf die großen geopolitischen Fragen in einer sich rapide verändernden Welt konzentriert – sowie auf die ökologische und digitale Transformation.“