Halbjahresbilanz: Wendepunkt für Dax-Unternehmen: Nach dem Einbruch kommt der Aufbruch
Die Aktien sind seit dem anfänglichen Einbruch fast wieder auf Vorkrisenniveau. Die Zahlen der Dax-Konzerne müssen da erst einmal hinkommen.
Foto: ReutersDüsseldorf. Das zweite Quartal war für die meisten Dax-Konzerne ein Desaster. Insgesamt setzten die 30 Unternehmen im Ende Juni abgelaufenen Quartal 283 Milliarden Euro um. Das waren 13 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenig wie zuletzt vor sechs Jahren. Stärker noch fielen die Gewinne: Vor Steuern, Zinsen und einmaligen Rückstellungen verdienten die 30 Konzerne nur 12,4 Milliarden Euro. Das waren nach Handelsblatt-Berechnungen 45,6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Mittlerweile blicken die Konzernchefs wieder optimistischer in die Zukunft. „Corona hat uns vor allem im April und Mai schwer getroffen, im Juni haben wir aber schon wieder ganz andere Daten gesehen“, sagt etwa Merck-Chef Stefan Oschmann. Monatelang mussten die CEOs ihre Aktionäre im Ungewissen lassen. Nach dem Shutdown hatten so gut wie alle Konzerne ihre Prognosen für 2020 einkassiert und keine neuen ausgegeben.
Zur Halbjahresbilanz wagen sich nun einige aus der Deckung – nicht nur Merck. Sogar konkrete Umsatz- und Gewinnprognosen sind kein Tabu mehr. Der Halbleiterspezialist Infineon, der Energieversorger RWE und die Deutsche Telekom hoben zudem ihre Jahresprognosen an. „Anders als von uns erwartet, stabilisieren sich die Gewinnerwartungen“, sagt Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp.