ID.Buzz: VW liefert Elektro-Bulli wieder in die USA
Düsseldorf. Der Autobauer Volkswagen liefert seinen Elektro-Kleinbus ID.Buzz wieder in die USA. „Der Verkaufsstopp wurde aufgehoben“, bestätigte ein Sprecher der Volkswagen-Nutzfahrzeugsparte dem Handelsblatt. Zunächst hatte der „Focus“ berichtet.
VW hatte die Auslieferung des Modells im Mai vorübergehend gestoppt. Als Grund nannte das Unternehmen eine Anordnung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Diese hatte bemängelt, dass die Rückbank im Fond des US-Modells zu breit sei – aus Sicht der Behörde ein Sicherheitsrisiko.
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Mehrere Insider hatten gegenüber dem Handelsblatt jedoch betont, dass neben dem Rückruf auch die deutlich erhöhten US-Strafzölle eine Rolle spielten. Seit April erhebt Washington auf europäische Fahrzeuge einen Einfuhrzoll von 27,5 Prozent – ein mehr als verzehnfachter Satz gegenüber dem bisherigen Niveau.
Der Exportstopp des ID.Buzz war daher auch als Signal für die zunehmende Belastung durch Trumps Wirtschaftspolitik gewertet worden. Ein Handelsblatt-Bericht über den Vorgang hatte branchenweit für Aufmerksamkeit gesorgt und war mehrfach medial aufgegriffen worden.
Nun hat VW offenbar eine pragmatische Zwischenlösung gefunden: Die Fahrzeuge werden in den USA nachgerüstet. Dazu werden laut Unternehmensangaben Kunststoffelemente zwischen den beiden Rücksitzen im Fond eingebaut, um diese optisch wie funktional stärker voneinander zu trennen.
Die betroffenen Fahrzeuge würden im Hafen umgebaut, erklärte ein Sprecher. Ein Schiff mit mehreren ID.Buzz sei aktuell von Emden aus unterwegs in Richtung USA. Auch diese haben noch die bisherigen Rückbänke.
Langfristig plant der Konzern, das Problem für die US-Version bereits ab Werk zu beheben. Der ID.Buzz wird ausschließlich im Hauptwerk von VW Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken produziert. Dort ruht die Produktion zurzeit ohnehin aufgrund der Werksferien bei Europas größtem Autobauer.
Enden soll die Produktionspause erst nach dem 8. August. Damit ist sie eine Woche länger als bei VW üblich. Grund ist die geringere Nachfrage bei der Marke sowie ein Produktionsanlauf neuer Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr lieferte die Volkswagen Nutzfahrzeuge weltweit 19 Prozent weniger aus als im Vorjahr. Prozentual ist das der größte Verkaufsrückgang einer Marke im gesamten Konzern.
Keine Preiserhöhung aufgrund von Zöllen geplant
Volkswagen hatte den elektrischen Bulli 2022 auf den Markt gebracht. Die US-Version mit verlängertem Radstand feierte 2023 Premiere. Laut Unternehmensangaben wurden im ersten Halbjahr weltweit etwa 27.600 ID.Buzz ausgeliefert – ein Plus von gut 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das vor allem auf Europa zurückzuführen ist. In den USA hat VW seit dem Marktstart etwa 3800 Fahrzeuge des Modells verkauft. Geplant waren zu Beginn einmal 40.000 Einheiten – im Jahr.
Der ID.Buzz kostet in den USA laut Unternehmensabgaben in der günstigsten Variante 60.000 Dollar. Eine Preiserhöhung aufgrund der Zölle soll aber nicht vorgesehen sein, ist aus Unternehmenskreisen zu hören. Damit dürfte der E-Kleinbus für VW ein Verlustgeschäft in der Region bleiben, solange die Importzölle für Autos gelten.