Interview: Stellantis-Chef Carlos Tavares: „Niemanden stört es, dass Opel jetzt Geld verdient“
Der Stellantis-Chef hält an seinem grundsätzlichen Kurs zur Opel-Sanierung fest.
Foto: ReutersParis. Als Chef der Opel-Mutter Stellantis hat Carlos Tavares in Deutschland keinen guten Stand. Nach heftigen Protesten von Politikern und Gewerkschaften musste Tavares seine Pläne zurücknehmen, die Werke in Rüsselsheim und Eisenach aus Opel auszugliedern. An seinem grundsätzlichen Kurs hält er aber fest: „Unser Ziel ist es, unsere deutschen Standorte autonomer zu machen“, sagte Tavares in einem Interview mit dem Handelsblatt und drei weiteren europäischen Zeitungen.
Ihm gehe es darum, dass „die Verantwortlichen vor Ort Lösungen finden können, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und die Arbeitsplätze zu sichern“. Den Widerstand in Deutschland kann er nicht nachvollziehen: „Leider hat man unseren Ansatz für politische Zwecke verzerrt.“
Tavares sieht sich und Stellantis als Retter der deutschen Traditionsmarke: „Es wird viel von dem kritisiert, was wir bei Opel seit 2017 gemacht haben. Was aber niemanden stört, ist, dass Opel jetzt Geld verdient.“ Als Opel noch zu General Motors gehörte, habe das Unternehmen Milliardenverluste geschrieben.