Mobilität: Der chinesische E-Auto-Markt ist „brutal wettbewerbsintensiv“
Das Modell Dolphin des chinesischen Autobauers BYD zählt zu den beliebtesten E-Fahrzeugen in China.
Foto: IMAGO/UPI PhotoPeking. Wie hart umkämpft der größte E-Automarkt der Welt ist, sieht man bei einem Besuch der Edel-Flaniermeile Taikooli in Peking. Am Abend stauen sich die Luxuskarossen der Reichen und Schönen auf den Zufahrtsstraßen. Sie tragen exotische Markennamen wie Arcfox, Avatr, Li Auto, Nio oder Xiaopeng. Elektromodelle deutscher Autohersteller sind jedoch nur selten zu sehen.
Dabei dürfte sich der Wettbewerb in den kommenden Jahren noch verschärfen. Tech-Konzerne wie Baidu drängen mit intelligenten E-Fahrzeugen auf den Markt. Im März soll sein erstes Smartcar namens Robo-01 in Serie gehen. Auch der Smartphonehersteller Xiaomi erhielt vor Kurzem die lange erhoffte Produktionslizenz.
Die neuen Wettbewerber versuchen, Kunden insbesondere durch technologische Extras zu gewinnen. Viele E-Autos chinesischer Hersteller sind schon heute „besser, erschwinglicher und haben mehr Ausstattung“ als ihre internationalen Konkurrenten, sagt Tu Le, Gründer des Beratungsunternehmens Sinoautoinsights. Das sei eine Folge des „brutal wettbewerbsintensiven Inlandsmarkts“, der kampferprobte Unternehmen hervorbringe, die großartige Produkte herstellten.
Im vergangenen Jahr wurden in der Volksrepublik nach Angaben des Branchenverbands CPCA 6,5 Millionen Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb verkauft. Mehr als 80 Prozent davon waren chinesische Fabrikate. In den vergangenen zehn Jahren hat die chinesische Staatsführung umgerechnet mehr als 100 Milliarden Dollar in den Aufbau der Industrie gepumpt.