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Pharmaindustrie Corona-Impfstoff: Biontech erhält erste Zulassung für klinische Studie in Deutschland

Nur einige wenige Wirkstoffe werden momentan in klinischen Studien getestet. Nun ist auch Biontech als erstes deutsches Unternehmen dabei. Die Aktie steigt um 50 Prozent.
22.04.2020 Update: 22.04.2020 - 14:18 Uhr Kommentieren

Biontech und Pfizer starten mit Tests von möglichem Corona-Impfstoff

Frankfurt Im Wettlauf um einen Impfstoff gegen Covid-19 geht nun erstmals auch ein deutsches Unternehmen mit eigenen klinischen Versuchen an den Start. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat der Mainzer Biotechfirma Biontech und deren US-Partner Pfizer dazu an diesem Mittwoch die Genehmigung erteilt.

Die Nachricht sorgte bei Investoren des Biotechunternehmens für Euphorie: Der Kurs der Biontech-Aktie stieg an der Frankfurter Börse zeitweise um 50 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens erreichte damit etwa 13 Milliarden Euro.

Biontech und Pfizer wollen zunächst vier Varianten eines Impfstoffs auf Basis von Messenger-RNA (mRNA) an zunächst 200 freiwilligen Personen im Alter von 18 bis 55 Jahren testen. Anschließend ist geplant, weitere 500 Personen, darunter auch ältere Menschen, in die Studie aufzunehmen.

Bei dieser RNA-Technik werden Körperzellen dazu verlasst, einzelne unschädliche Proteine des Virus zu produzieren, worauf dann wiederum das Immunsystem mit der Herstellung von Antikörpern reagiert.

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    Die RNA-Technik gilt in der Forschung als besonders interessant, weil sie eine relativ schnelle Entwicklung von Impfstoffen und einen schnellen Aufbau von Produktionskapazitäten verspricht. Allerdings gibt es bisher noch keine Zulassungen für solche Produkte.

    Zwischenergebnisse in wenigen Wochen erwartet

    Mit ersten Zwischenergebnissen rechnet Biontech-Chef Ugur Sahin Ende Juni. Insgesamt sind laut PEI-Chef Klaus Cichutek jedoch drei bis fünf Monate Beobachtungszeit für Versuche nötig.

    Eine allgemeine Zulassung für den Impfstoff ist, wie der PEI-Chef andeutete, auch im Erfolgsfall wohl nicht vor 2021 in Sicht. Fallen Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten der ersten Studie positiv aus, könnte im Herbst eine größere Studie mit mehreren Tausend Teilnehmern anlaufen.

    Sollten auch diese Untersuchungen positiv ausfallen, würde man die nächsten Schritte diskutieren, so Cichutek. „Wir werden sicherlich Mittel und Wege finden, auch die regulatorische und die gesetzmäßige Flexibilität voll auszunutzen, ohne die notwendige Sorgfalt vermissen zu lassen, um hier schnell zu einem zugelassenen und verwendbaren Impfstoff zu kommen.“

    Um eine weitreichende Immunisierung der Bevölkerung gegen das Sars-CoV-2-Virus zu ermöglichen, werden nach Cichuteks Einschätzung mehrere Impfstoffe erforderlich sein. Denn: „Der Bedarf ist so riesig“, sagte der PEI-Chef.

    Mit den klinischen Studien reiht sich Biontech jetzt in ein halbes Dutzend von Firmen und Instituten ein, die erste Produktkandidaten an Menschen erproben. Dazu gehören zwei chinesische Unternehmen sowie die amerikanischen Biotechfirmen Moderna und Inovio.

    Es gibt jedoch noch viele weitere Firmen und Einrichtungen, die in den nächsten Wochen und Monaten Studien planen. Dazu gehört etwa der US-Konzern Johnson & Johnson sowie die Universität Oxford, die Studien auf Grundlage von Ebola-Impfstoffen durchführen wollen.

    In Deutschland planen die Tübinger Firma Curevac und das Deutsche Institut für Infektionsforschung, noch im laufenden Jahr mit klinischen Studien zu Covid-19-Impfstoffen beginnen.

    Pfizer investiert kräftig

    Biontech ist neben Moderna ein führender Entwickler von RNA-basierten Medikamenten und Impfstoffen. Das Unternehmen, das sich zu rund 50 Prozent noch im Besitz der Unternehmerfamilie Strüngmann befindet, konzentrierte sich dabei bisher vor allem auf die Krebsforschung.

    Es hatte aber bereits vor zwei Jahren eine Allianz mit Pfizer vereinbart, um Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten zu entwickeln. Wegen Covid-19 intensivierten die Partner ihre Kooperation zuletzt. Pfizer sagte dabei Investitionen von bis zu 748 Millionen Dollar zu.

    Mehr: Die Chemieindustrie gerät in den Abwärtssog der Automobilbranche.

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