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RheinmetallDax-Konzern verbündet sich mit der US-Drohnenfirma Auterion

Das Kriegsgeschehen in der Ukraine wird zunehmend von Drohnen beeinflusst. Rheinmetall will sein Portfolio deutlich ausweiten – das Betriebssystem soll der neue Partner liefern.Martin Murphy, Roman Tyborski 10.12.2024 - 08:31 Uhr Artikel anhören
Kanzler Olaf Scholz mit Rheinmetall-Drohne: Der Konzern will sein Angebot an autonomen Fluggeräten ausweiten. Foto: Getty Images News/Getty Images

Berlin, Düsseldorf. Der Rüstungshersteller Rheinmetall hat ein Bündnis mit der US-Technologiefirma Auterion geschlossen. Bei der Entwicklung von Software für Drohnen wollen die Partner künftig zusammenarbeiten, sagte Auterion-Chef Lorenz Meier dem Handelsblatt.

Drohnen haben in der Kriegsführung erheblich an Bedeutung gewonnen. Das zeigt sich an deren Einsatz im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Streitkräfte beider Länder haben ihr Arsenal deutlich ausgeweitet. Neben Fluggeräten für die Aufklärung werden diese auch als Kamikazedrohnen gegen gepanzerte Fahrzeuge und militärische Einrichtungen eingesetzt.

Immer häufiger werden jedoch auch Störsender eingesetzt, um feindliche Drohnen abzuwehren. Zum Teil findet nur jede fünfte ihren Weg ins Ziel. Mit der Technologie von Auterion lasse sich die Quote auf rund 90 Prozent erhöhen, verspricht Meier.

Drohnen können Ziele eigenständig finden

Rheinmetall ist bisher vor allem im Feld von größeren Drohnen aktiv und will nun das Portfolio ausweiten. Auterion soll das Betriebssystem für diese Geräte liefern. Allerdings sollte die Software auch in den gepanzerten Fahrzeugen eingesetzt werden, von denen die Drohnen gestartet werden.

Anders als die meisten Standardlösungen müssen die mit der Software von Auterion ausgerüsteten Drohnen nicht per Hand zum Ziel geführt werden. Die Drohnen sind in der Lage, es eigenständig zu finden. Der Drohnenführer müsse das Ziel nur markieren, dann steuert die Einheit eigenständig dorthin, sagte Meier. Dies erklärt die höhere Wirksamkeit.

Im Vergleich zum milliardenschweren Rheinmetall-Konzern ist die in den USA angesiedelte Auterion ein kleiner Akteur. In den Jahren seit der Gründung vor acht Jahren habe das Unternehmen eine Reihe von Partnern gefunden, darunter das Militär in den USA und etwa der Niederlande, sagte der deutsche Firmenchef Meier.

Auterion-Chef Lorenz Meier will zusammen mit Rheinmetall das Drohnen-Betriebssystem seines Start-ups als Standard in europäischen Nato-Staaten etablieren. Foto: Dietmar Gust

Einer der wichtigsten Einsatzorte ist indes die Ukraine. Um sich dem Angriff Russlands zu erwehren, hat die Ukraine massiv in die Entwicklung und die Produktion von Drohnen investiert. Inzwischen werden dort über eine Million dieser Einheiten im Jahr gebaut, die zum Teil Hunderte Kilometer tief auf dem russischen Staatsgebiet eingesetzt werden. Die Masse sind sogenannte „Einmal-Drohnen“, die mit einem Sprengsatz ausgestattet zur Bekämpfung eines Ziels gebaut werden.

Auch deutsche Drohnen-Start-ups in Ukraine aktiv

Unterstützt wird die Ukraine dabei auch von deutschen Start-ups wie etwa Helsing. Die auf Drohnensoftware spezialisierte Firma erhielt zuletzt von der Bundesregierung den Auftrag, 4000 Drohnen samt dazugehöriger Software für die Ukraine zu produzieren. Ähnlich wie bei Auterion soll auch die Helsing-Software Kampfdrohnen ermöglichen, ihre Ziele selbstständig zu treffen.

Mit Quantum Systems verfügt Deutschland über einen weiteren Drohnenexperten, der ebenfalls in der Ukraine aktiv ist. Die ukrainischen Streitkräfte verwenden unter anderem Aufklärungsdrohnen der Münchener.

Auterion-Chef Meier will über die Kooperation mit Rheinmetall nun den Weg dafür ebnen, dass sein Drohnen-Betriebssystem zum Standard in den europäischen Nato-Staaten wird. Bisher werden verschiedene Systeme eingesetzt, was einen gemeinsamen Einsatz erschwert.

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Die Softwarearchitektur seiner Firma habe sich im Einsatz in der Ukraine bereits bewährt. Daher sehe er gute Chancen dafür, einen Standard zu setzen, sagte der Auterion-Gründer.

Erstpublikation: 09.12.2024, 08:15 Uhr.

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