Rüstung: Was auf der Beschaffungsliste der Bundeswehr steht
München, Berlin, Düsseldorf. Die Aufrüstung der Bundeswehr nimmt Tempo auf. Noch vor Weihnachten sollen mehr als 50 Großprojekte vom Haushaltsausschuss des Bundestages freigegeben werden. Neben Lastwagen, Tarnmaterial und mobilen Feldküchen stehen vor allem Großprojekte auf der Bestellliste der Truppe. Dazu zählen zusätzliche Schützenpanzer Puma, das Flugabwehrsystem Iris-T, neue Radare und neue Fregatten für die Marine. Das Ziel von Verteidigungsminister Boris Pistorius lautet: Spätestens 2029 müsse Deutschland in der Lage sein, einen Konflikt mit Russland zu bestehen.
Doch viele der Großbestellungen werden erst in den 2030er-Jahren einsatzbereit sein. Denn der Bau zusätzlicher Marineschiffe und Panzerfahrzeuge hat einen langen Vorlauf. „Force Multiplication“ heißt in Militärkreisen die Devise, die Bundeswehr mit ihrer dünnen Personaldecke und schwachen Materialausstattung so schnell wie möglich schlagkräftig zu machen. Dabei sollen automatisierte Systeme wie Drohnen helfen, die schneller zu beschaffen sind und wenig Personal binden.
Ein weiterer Teil der Beschaffungen zielt auf die Fähigkeit, deutlich mehr Daten zu sammeln und mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) auszuwerten. Um einen möglichen Gegner bereits bei den Vorbereitungen eines Angriffs zu stören, arbeiten die Militärs an der Möglichkeit, Ziele möglichst tief im Hinterland zu treffen.
Bei allen neuen Beschaffungen zieht die Bundeswehr Schlüsse aus dem Abwehrkampf der Ukraine und nutzt den veränderten Markt für Rüstungsgüter. Anders als früher werden auch Start-ups und junge Technologiefirmen für die Entwicklung und Beschaffung einbezogen. Hier sind einige der wichtigsten Projekte.