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  4. VW gibt Milliarden für Seat – Vorstandschef Griffith muss die Transformation realisieren

Seat-ChefWayne Griffiths soll Seat zu einem Hersteller von Elektroautos machen

Für die Umrüstung seiner spanischen Tochter gibt der Volkswagen-Konzern Milliarden aus. Der Seat-Vorstandschef steht vor seiner größten Herausforderung.Stefan Menzel 23.03.2022 - 17:31 Uhr Artikel anhören

Wayne Griffiths am Tag der Bilanzpressekonferenz in Barcelona: Mit sieben Milliarden Euro soll die spanische VW-Tochter Seat den Weg zur Elektrifizierung bewältigen.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Volkswagen verkündet Großes für Spanien: Sieben Milliarden Euro sollen dort in den kommenden Jahren investiert werden, um die Konzerntochter Seat auf das Elektrozeitalter vorzubereiten. Eine neue Fabrik für Batteriezellen wird entstehen, außerdem muss das Seat-Hauptwerk in Martorell bei Barcelona auf die Fertigung von Elektroautos umgerüstet werden.

Auf Wayne Griffiths wird die Aufgabe zukommen, die weitreichenden Pläne aus der Wolfsburger Zentrale in die Tat umzusetzen. Seit Ende 2020 steht der Brite an der Spitze der spanischen Konzerntochter Seat, jetzt erwartet ihn die größte Herausforderung auf dem Posten des Vorstandschefs.

„Mit diesem Projekt werden wir nicht nur unser eigenes Unternehmen transformieren, sondern gleich die gesamte spanische Automobilindustrie“, sagte er am Mittwoch bei der Vorstellung der gemeinsamen Elektropläne von Seat und Volkswagen. Niemals zuvor habe es in Spanien ein einzelnes industrielles Großvorhaben mit diesem Volumen gegeben.

Zunächst soll es mit der neuen Zellfabrik losgehen. Das Werk mit voraussichtlich etwa 3000 Beschäftigten soll in Sagunto unweit von Valencia entstehen. Die Bauarbeiten für das Milliardenprojekt werden Ende des Jahres beginnen, der Produktionsstart ist für 2025 geplant. Der VW-Konzern will damit die Seat-Fabrik und ein weiteres Volkswagen-Werk in der Nähe von Pamplona mit Batteriezellen versorgen.

Allerdings steht noch nicht endgültig fest, ob der Seat-Chef in wenigen Monaten tatsächlich mit dem Bau der neuen Fabrikanlagen beginnen kann. Denn noch sind die letzten Finanzierungsfragen nicht geklärt. Volkswagen will die Milliarden für die spanischen Batterie- und Elektroprojekte nicht allein aufbringen, sondern setzt vor allem auf staatliche Unterstützung.

Die spanische Regierung hatte in der vergangenen Woche ein Ausschreibungsverfahren gestartet, mit dem rund drei Milliarden Euro – etwa die Hälfte in Form von Zuschüssen – zur Förderung von Elektroautos vergeben werden sollen. Volkswagen und die spanische Tochter Seat haben sich für diese öffentliche Förderung beworben. Die Regierung in Madrid verteilt Fördergelder der EU, die nach dem Beginn der Coronapandemie bereitgestellt worden waren.

Seat und Volkswagen sind wichtig für Spanien. Wahrscheinlich stünden Tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel, wenn Volkswagen die öffentlichen Subventionen versagt würden. Deshalb herrscht im VW-Konzern und bei Seat große Zuversicht, dass die Freigabe der Gelder schon recht bald erfolgen könnte. Auch Wayne Griffiths sieht es so: „Jeder weiß, was wir erwarten.“

Aus Seat einen Hersteller von Elektroautos zu machen dürfte die größte berufliche Herausforderung des 56-Jährigen werden. Als Sohn eines Autohausbesitzers begann Griffiths seine Karriere im Familienunternehmen, bevor er in Leeds internationales Management und Deutsch studierte.

Seine Karriere ist eng mit dem Volkswagen-Konzern verbunden. 1989 begann er bei Audi in Ingolstadt. Nach einer zweijährigen Tätigkeit bei Seat kehrte er zur deutschen Marke zurück, wo er mehrere Managementstationen vor allem im Vertrieb durchlief. Im Jahr 2016 ging es ein zweites Mal für ihn zu Seat nach Spanien, diesmal als Vorstand für Vertrieb und Marketing. Im Oktober 2020 folgte der nächste Karrieresprung auf den Chefposten der spanischen Volkswagen-Tochter.

Mit der geplanten Umstellung auf Elektroautos wird Seat stärker in die Volkswagen-Gruppe integriert. Denn die spanische Marke übernimmt die konzernweite Verantwortung für ein elektrisches Einstiegsmodell, das es heute noch nicht gibt und das weniger als 25.000 Euro kosten soll.

In der Seat-Fabrik in Martorell, so sehen es die aktuellen Wolfsburger Planungen vor, soll das Elektro-Einstiegsmodell gleich für eine ganze Reihe von Konzernmarken produziert werden, etwa VW und Skoda. Elektroautos sind heute noch vergleichsweise teuer und trotz hoher staatlicher Förderung selten unter 30.000 Euro zu bekommen. Das geplante Einstiegsmodell aus Spanien soll von 2025 an das Produktportfolio nach unten abrunden.

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Griffiths sieht keine Alternative dazu, dass Seat künftig auf den Elektroantrieb setzen muss. „Unsere Prioritäten sind klar elektrisch“, sagte er am Mittwoch. Die Transformation hin zur Elektromobilität sei der aussichtsreichste Weg, um Seat wieder dauerhaft profitabel zu machen. Denn im Unterschied zu den meisten anderen und profitablen VW-Konzernmarken hat Seat in den vergangenen beiden Jahren rote Zahlen geschrieben. „Unser Unternehmen kann nicht weiter Verluste machen“, warnte der Seat-Chef.

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