Stellenabbau bei Bosch: 560 Jobs bei Elektrowerkzeugen fallen weg
Stuttgart. Nach dem angekündigten Abbau von insgesamt 3200 Stellen im Autozulieferbereich von Bosch trifft es jetzt das Geschäft mit Geräten für das Heimwerken und die Gartenarbeit. Der Stiftungskonzern streicht 560 Stellen am Hauptsitz in Leinfelden bei Stuttgart, bestätigte eine Sprecherin am Mittwoch.
Der Abbau vor allem von Arbeitsplätzen in den Bereichen Zentrale, Entwicklung und Verwaltung soll innerhalb von zwei Jahren ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Vorgesehen sind Angebote für Altersteilzeit und Vorruhestand, Abfindungsvereinbarungen sowie die Vermittlung an andere Standorte der Bosch-Gruppe.
Einzelne Tätigkeitsfelder der Bereichszentrale in Leinfelden sollen an bestehende, kostengünstigere Standorte im Ausland verlegt werden. Die Beschäftigten wurden am Dienstagnachmittag informiert.
Nachfrageboom aus Corona-Zeiten ist abgeebbt
„Leider erholt sich der Markt nicht in der prognostizierten Geschwindigkeit“, begründete Power-Tools-Chef Thomas Donato den Schritt. Auch habe sich das Kundenverhalten deutlich verändert.
Bei den für den Bekanntheitsgrad der Marke wichtigen Elektrowerkzeugen ist der Nachfrageboom aus den Zeiten der Coronapandemie abgeebbt. „Die Bedarfe sind weitestgehend gedeckt“, teilt das Unternehmen nun mit.
Inflation und Konsumzurückhaltung kommen für die Schwaben erschwerend hinzu, ebenso wie die Flaute am Bau. Mit den Kostensenkungen und dem Personalabbau möchte Bosch dem zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck begegnen. „Dieser Schritt ist notwendig, um unsere Position in einem hart umkämpften globalen Markt zu sichern und auszubauen“, betonte Donato.
Im Gegensatz zu den Einsparungen in der Zentrale will der Manager verstärkt in neue kabellose Elektrowerkzeuge und den Ausbau des Outdoor- und Gartensegments investieren und das Nordamerikageschäft ausbauen. Vor einem Jahr hatte sich Bosch bereits mit zwölf Prozent am Aktienkapital des schwedischen Traditionsunternehmens Husqvarna beteiligt.
Bosch: Geschäft in der Sparte Consumer Goods stagniert
Die Hausgerätesparte von Bosch steht aus den gleichen Gründen unter Druck. Auch hier gibt es Überlegungen zu massiven Kosteneinsparungen und Gespräche darüber mit den Arbeitnehmern, wie eine Sprecherin bestätigte. Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen. Im vergangenen Jahr kam es bereits zu Kurzarbeit.
2022 hatte die Sparte Consumer Goods, zu der sowohl die Hausgeräte und die Elektrowerkzeuge gehören, die Erlöse nur noch um 1,5 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro gesteigert, immerhin ein Viertel des Konzernumsatzes. Am kommenden Mittwoch gibt Bosch vorläufige Zahlen für das abgelaufene Jahr bekannt. Sie dürften für diesen Bereich nicht besser ausgefallen sein.
In den vergangenen Wochen hatte Bosch in seiner Autozuliefersparte dreimal einen Stellenabbau bekannt gegeben. Auffallend ist, dass es sich um Stellen im Inland und zunehmend in den Entwicklungs- und Verwaltungsbereichen handelt. Die neue IG-Metall-Chefin im Bezirk Baden-Württemberg will Stellenabbau und Verlagerungen ins Ausland nicht ohne Widerstand hinnehmen. „Wir werden den Konflikt nicht scheuen“, sagte Barbara Resch, die ihren Job am Donnerstag antritt.
Erstpublikation: 31.01.2024, 17:52 Uhr.