Technologie: Bosch setzt in der Produktion auf Innovationen
Stuttgart. An den Hallenwänden mitten im Nürnberger Bosch-Werk sind bewusst Scheiben angebracht. Alle vorbeilaufenden Beschäftigten sollen sehen, was in dem Raum vor sich geht. Dort steht ein sechs Millionen Euro teurer 3D-Metalldrucker. Die Anlage von Nikon SLM ist so groß wie ein Möbelwagen. Kein anderer Autozulieferer in Europa betreibt einen so großen 3D-Drucker, mit dem ein kompletter Motorblock für ein Formel-1-Fahrzeug gefertigt werden kann.
„Die Konstruktionsdaten werden direkt an den Drucker übermittelt, aufwendige Gussformen, deren Herstellung allein bis zu 18 Monate dauern kann, sind nicht erforderlich“, sagt Technik-Chefin Marion Stuber. Auch die Leiterin des Druckzentrums ist mit Christina Blümel eine Ingenieurin. Beide sind überzeugt, dass ihr „industrielles Riesenbaby“ künftig für den Konzern von wachsender Bedeutung sein wird.
Und das soll nicht nur für den gigantischen 3D-Drucker gelten. Der Technologiekonzern vermeldete jüngst neben dem Einstieg in den 3D-Druck auch den Einstieg in die Wasserstoffproduktion sowie ein Joint Venture zur Herstellung synthetischer Diamanten für die Quantensensoren.