Verteidigung: US-Konzerne setzen auf Milliardenaufträge aus Deutschland
Philadelphia. Bernhard Teicke wirkt zuversichtlich. Der Generalmajor der deutschen Luftwaffe steht in einer Produktionshalle in Ridley Park, nahe der US-Stadt Philadelphia, und blickt auf eine grüngelbe Metallkonstruktion mit der Seriennummer M1701. Was bislang noch dem Rumpf eines Kleinbusses ähnelt, soll im übernächsten Jahr als schlüsselfertiger Militärhubschrauber nach Deutschland geliefert werden.
„Er kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und in der erforderlichen Qualität“, sagt Teicke. Hergestellt wird der Hubschrauber von Boeing, dem amerikanischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern, der hier ein großes Werk betreibt. Der grüngelbe Rumpf in der Halle ist der erste von insgesamt 60 Hubschraubern des Typs Chinook CH-47F Block II, die die Bundeswehr bestellt hat.
Für Teicke sei dies „der Anfang einer neuen Ära“. Boeing erhofft sich wiederum, eine wichtige Rolle dabei zu spielen. Allein Deutschland will Hunderte Milliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr stecken, andere europäische Partner ziehen nach. Mit dem Bau der Transporthubschrauber des Typs Chinook will sich Boeing nun als verlässlicher Partner präsentieren. Die Helikopter sollen besonders schnell ausgeliefert werden, so das Versprechen.
Auch andere amerikanische Unternehmen profitieren von den Aufrüstungsplänen Deutschlands und anderer europäischer Länder, darunter Lockheed Martin mit der Lieferung von F-35-Kampfjets. Gleichzeitig warnen Wirtschaftsvertreter und Politiker vor einer zu großen Abhängigkeit von den USA. Dies könnte langfristig das Geschäft der US-Unternehmen dämpfen, spekulieren Experten.