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Krypto-Finanzwelt Nullzinsen ade: Das Berliner Start-up Bitwala setzt auf das Krypto-Universum

Risikobereite Kunden kaufen bei Bitwala Bitcoin und Ethereum – und streichen durch das Verleihen ihrer virtuellen Münzen überraschend hohe Renditen ein.
07.05.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Bitwala plant nicht weniger als die „Zukunft des Bankings“, so die Eigenwerbung. Quelle: Moment/Getty Images
Bitcoin

Bitwala plant nicht weniger als die „Zukunft des Bankings“, so die Eigenwerbung.

(Foto: Moment/Getty Images)

Frankfurt Kristina Walcker-Mayer hat einen klaren Plan. Binnen weniger Jahre will die neue Chefin von Bitwala die Berliner Krypto-Bank zu einem „Unicorn“ machen, einem mit mindestens einer Milliarde Dollar bewerteten Start-up. „Wir sind in einer Hyperscaler-Phase“, sagt Walcker-Mayer, soll heißen: in einer Phase extremen Wachstums. Binnen Jahresfrist soll sich die Zahl der Mitarbeiter etwa verdoppeln.

Mit stark wachsenden Unternehmen hat Walcker-Mayer Erfahrung. Sie kommt von der Berliner Smartphone-Bank N26. Seit April ist sie Chefin von Bitwala. Das Start-up hat seine Kundenzahl 2020 mehr als verdreifacht auf 200.000, ist heute die drittgrößte deutsche Neobank.

Bitwala plant nicht weniger als die „Zukunft des Bankings“, so die Eigenwerbung des Teams in Berlin-Kreuzberg. „Ich glaube, dass immer mehr Leute das Vertrauen in traditionelle Finanzinstitute langfristig verlieren. Gerade jüngere Leute wechseln früher oder später zu einer Bank, wo sie innovativere Produkte bekommen“, sagt Walcker-Mayer.

Bitwala ist eines der wenigen deutschen Vorzeigeprojekte im Krypto-Universum. Zielgruppe sind Einsteiger und fortgeschrittene Nutzer mit Interesse an den virtuellen Währungen Bitcoin und Ethereum.

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    Ihnen bietet Bitwala ein klassisches Girokonto, außerdem eine Krypto-Handelsoption. „Andere Neobanken stopfen das klassische Bankgeschäft ins Smartphone. Wir setzen auf neue Technik, auf Krypto-Assets“, sagt Finanzvorstand Christoph Iwaniez.

    Besonders gut läuft das sogenannte Bitcoin-Ertragskonto, eine Innovation von Bitwala: Hier können Kryptoinhaber ihre virtuellen Münzen an den Londoner Anbieter Celcius Network übergeben, nach eigenen Angaben Marktführer für Kryptokredite. Dieser verleiht die Münzen und nutzt dafür das auf der dezentralen Datenbanktechnik Blockchain aufbauende alternative Finanzsystem „DeFi“.

    Die Bitcoin-Besitzer wiederum bekommen bei Bitwala rund vier Prozent Ertrag für den Verleih ihrer Münzen – angesichts der Nullzinsen auf dem Sparbuch ein verlockendes Angebot. Es hat aber einen Haken: Eine Einlagensicherung fehlt. Geht Celcius pleite, ist das Kryptovermögen im schlimmsten Fall weg.

    Noch hat das neue Finanzsystem, das rund um die volatilen digitalen Währungen entsteht, deutliche Schattenseiten. Die Gefahr empfindlicher Verluste müssen Anleger einpreisen.

    Dennoch wächst die Aufmerksamkeit für die Kryptowelt. Immer mehr Großinvestoren steigen ein. Und sogar die US-Bank JP Morgan, deren Chef Jamie Dimon lange als großer Bitcoin-Kritiker galt, plant nun einen eigenen Kryptofonds.

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