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Fachanwalt über E-Sports„Die Verbände stehen vor großen Herausforderungen“

Der E-Sport kämpf um Anerkennung: Manch ein Vertreter will die Sportarten offiziell als solche anerkennen lassen. Taugen Games sogar zur olympischen Disziplin? Ein Gespräch mit Fachanwalt Tobias Schelinski.Johannes Steger 29.08.2017 - 14:54 Uhr Artikel anhören

Die Turniere werden von tausenden Menschen verfolgt.

Foto: AFP

Köln. Tobias Schelinski ist seit dem ersten Tag mit dabei: Seit 2007 nimmt der Fachanwalt für Informationstechnologierecht an der Gamescom in Köln teil. Bei der internationalen Kanzlei Taylor Wessing hat er den Bereich „Games“ mit aufgebaut. Im Interview spricht er über die Zukunft der Branche und die Blockade der Sportverbände.

Herr Schelinski, Vertreter des E-Sports fordern, dass ihr Sport als solcher anerkannt wird – wie es beispielsweise schon in China oder Südkorea der Fall ist. Die entsprechenden Verbände weisen zurück. Warum?
Ich finde das schon amüsant, dass ein Sport wie Pistolenschießen als Sportart international erkannt wird, sogar eine olympische Disziplin ist, aber E-Sports eine solche Anerkennung kategorisch verweigert wird.

Verbände wie der Deutsche Olympische Sportbund verweisen ja unter anderem darauf, dass elektronische Sportarten nicht die notwendige motorische Aktivität erfordert, um als Sport bezeichnet werden zu können.
Aber Sportschießen!? E-Sports erfordern hohe Konzentration und sie belasten den Körper, zudem verlangen sie eine hohe Koordinationsfähigkeit. Außerdem kommt der Trainingsaspekt hinzu – kein Spieler startet als Meister, sondern muss jahrelang an seinen Fähigkeiten arbeiten und anschließend täglich trainieren, um diese zu erhalten.

Der Fachanwalt kritisiert die Sportverbände.

Foto: Taylor Wessing

Was also steckt hinter der Blockade?
Das ist eine Schutzbehauptung, glaube ich. Denn der Bereich der E-Sports stellt Verbände vor völlig neue Herausforderungen. Es fängt ja schon damit an, dass es den einen E-Sport nicht gibt.

Sie sprechen von der Fülle an Spielen – die von dem Fußballspiel Fifa bis hin zu Schießspielen wie Counterstrike reicht?
Ganz genau. Die Spiele gehören ja den Herstellern, die geben die Regeln vor – anders als im Fußball. Das Spiel an sich gehört keinem. Schon damit sind die Verbände überfordert, weil sie sich mit ganz unterschiedlichen Playern wie den Herstellern auseinander setzen müssten, die über ziemlich viel Selbstbewusstsein verfügen. Zudem verändern sich die Spiele laufend – auch anders als die analogen Sportarten. Fußball ist immer Fußball. Das alles sind völlig unkalkulierbare Risiken für Verbände.

Also wird es noch dauern, bis die ersten E-Sportler bei Olympia auftreten?
Das wird noch sehr lange dauern und erfordert einen Mentalitätswechsel, der wahrscheinlich auch erst dann kommt, wenn die Branche zum etablierten Wirtschaftsfaktor geworden ist.

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Ist das Problem nicht auch, dass Spielen immer noch ein mitunter schlechtes Image anhaftet. Stichwort Abhängigkeit oder Ballerspiele?
Die Imageprobleme gehören zum Glück der Vergangenheit an. Mittlerweile ist Spielen absoluter Mainstream, was sich auch daran erkennen lässt, dass Angela Merkel die Gamescom dieses Jahr eröffnet hat.

Herr Schelinski, vielen Dank für das Interview.

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