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MedienBerlusconi-Sohn kündigt Angebot für Pro Sieben Sat 1 an

Der Medienkonzern MFE aus Italien hält nun mehr als 30 Prozent am Fernseh-Unternehmen und will nun „einen Gang höher schalten“. Das Angebot dürfte aber unter dem aktuellen Kurs liegen. 26.03.2025 - 20:09 Uhr Artikel anhören
MFE-MediaForEurope möchte die deutsche Senderkette aus ProSieben, Sat.1, Kabel 1 schlucken. Foto: Pressefoto Prosieben Copyright by Sender/Trademark

Berlin, Mailand. Der italienische Medienkonzern MFE will seine Beteiligung an Pro Sieben Sat 1 (P7S1) aufstocken und bei dem bayerischen Fernseh-Unternehmen damit durchregieren. Die von der Familie des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi dominierte MFE-MediaForEurope, die bereits 29,99 Prozent an Pro Sieben Sat 1 hält, kündigte am Mittwochabend ein offizielles Übernahmeangebot an.

„Es ist an der Zeit, einen Gang höher zu schalten“, erklärte MFE-Chef Pier Silvio Berlusconi. „Wir glauben, dass Pro Sieben Sat 1 einen starken Aktionär braucht, der Expertise und Branchenerfahrung bieten kann und damit aktiv zu seinem Wachstumskurs beiträgt.“ Es gehe darum, Wert für alle Aktionäre zu schaffen, „bevor es zu spät ist“.

ProSiebenSat.1 erklärte, Vorstand und Aufsichtsrat würden das Angebot sorgfältig prüfen. Bis es vorliegt, kann es aber noch einige Wochen dauern.

Pro Sieben Sat 1-Aktie steigt an und fällt wieder

Die Offerte dürfte unter dem derzeitigen Aktienkurs liegen. MFE werde den dreimonatigen Durchschnittskurs zahlen, hieß es in der Mitteilung. 78 Prozent davon sollen die Aktionäre in bar erhalten, 22 Prozent in neuen MFE-A-Aktien.

Seit Ende Dezember schwankt die ProSieben-Aktie zwischen 5,04 und 6,80 Euro. Der Durchschnittspreis dürfte nach Berechnungen von ProSieben bei etwa 5,75 Euro liegen und damit deutlich unter dem Xetra-Schlusskurs von 6,53 Euro vom Mittwoch. Seit dem Einstieg von MFE 2019 hat sie sich in etwa halbiert.

Die Aktie war gestiegen, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hatte, dass der MFE-Verwaltungsrat am Mittwoch über eine Offerte beraten werde. Nach der Ankündigung zu den Konditionen gab sie aber um sieben Prozent auf 5,96 Euro nach.

MFE kommt es offenbar nicht darauf an, möglichst viele ProSieben-Aktien einzusammeln, sondern nur darum, günstig die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten, ohne später ein teureres Pflichtangebot vorlegen zu müssen. Bei Erreichen dieser Schwelle muss ein Investor im Normalfall ein Pflichtangebot machen, also den übrigen Aktionären ein Kaufangebot unterbreiten.

Die 30 Prozent haben sich die Italiener schon gesichert: ein nicht genannter Pro Sieben Sat 1-Aktionär hat sich verpflichtet, MFE einen Teil seiner Papiere anzudienen. Damit hat die Berlusconi-Holding freie Hand, nach und nach weiter aufzustocken. Zweitgrößter Aktionär ist die tschechische PPF mit knapp 13 Prozent.

MFE wolle in Zukunft „aktiver zur Entwicklung der strategischen Ausrichtung von Pro Sieben beitragen (...), um das Management von ProSieben bei der Bewältigung der industriellen Herausforderungen zu unterstützen und die Chancen zu nutzen, die sich aus den laufenden Veränderungen in der Branche ergeben“, erklärte die Berlusconi-Holding.

MFE treibt Pro Sieben Sat 1 vor sich her

Sie verfolgt seit längerem das Ziel eines länderübergreifenden europäischen Fernsehkonzerns und würde Pro Sieben Sat 1 dort gern integrieren. Neben Italien ist sie auch in Spanien aktiv.

Doch die deutsche Senderkette aus ProSieben, Sat.1, Kabel 1 und mehreren Spartensendern hatte Annäherungsversuche der Familie seit dem Einstieg 2019 eher zurückgewiesen. Erst mit dem Amtsantritt des derzeitigen Vorstandschefs Bert Habets Ende 2022 änderte sich das allmählich.

Als Aktionär treiben die Italiener die Führung von Pro Sieben Sat 1 über ihren Einfluss im Aufsichtsrat seit Jahren vor sich her. Sie drängten unter anderem darauf, sich von Randgeschäften wie dem Vergleichsportal Verivox zu trennen, um Geld in die Kasse zu bekommen.

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„Viele Betreiber – überzeugt vom Niedergang des Fernsehens – haben diversifiziert, indem sie in andere Geschäfte, vor allem digitale, investiert haben“, schrieb Pier Silvio Berlusconi. „Und jetzt sind sie in Schwierigkeiten.“ Verivox war Anfang der Woche für mindestens 232 Millionen Euro an die italienische Moltiply gegangen, die Online-Parfümerie Flaconi steht noch zum Verkauf.

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