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Nach Aussetzung des „Dreamer“-ProgrammsJobs-Witwe schaltet Werbespots gegen Trump

Die Witwe von Steve Jobs schaltet Werbespots gegen US-Präsident Donald Trump. Sie verteidigt darin die Werte eines offenen Amerikas. Was lange kaum jemand wusste: Ihr berühmter Mann war selbst ein Einwandererkind.Britta Weddeling 06.09.2017 - 18:00 Uhr Artikel anhören

Mit Reagan gegen Trumps Einwanderungspolitik.

Foto: WILLIAM WIDMER/The New York Time

San Francisco. Steve Jobs träumte davon, die Welt der Technik, die ihm grau und kompliziert erschien, neu zu erfinden. „Think Different“ nannte er die legendäre Kampagne, die ihn selbst und Apple, den Nischenhersteller der 80er-Jahre, zur Legende machte. Woher der Träumer Jobs stammte, das spielte damals keine Rolle. Dass der Kultmanager als Sohn eines syrischen Einwanderers nach Amerika kam, wusste im Silicon Valley lange kaum einer.

Seine Witwe Laurene Powell Jobs hingegen hat das über all die Jahre, die ihr Mann nun schon tot ist, nicht vergessen. Wie könnte sie auch. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, setzt seit Beginn seiner Amtszeit alles daran, den amerikanischen Traum zu demolieren. Mit seiner aktuellen Entscheidung, das sogenannte „Dreamer“-Programm auszusetzen, das Kindern illegaler Einwanderer die Chance auf ein Bleiberecht in den USA in Aussicht stellt, zerstört er für über 800.000 Menschen die Hoffnung auf eine Zukunft in den USA. Bislang erhielten sie mit einem Antrag eine zweijährige Arbeitsgenehmigung. Nun ist damit Schluss.

Zwar muss der US-Kongress das Ende der „Dreamers“ erst noch offiziell beschließen, doch die Jobs-Witwe setzt alles daran, das Votum zugunsten der Einwanderer zu beeinflussen. Die offizielle Unterstützerin der Demokraten nutzt ihr Vermögen von mehr als 20 Milliarden Dollar, das sie dereinst von Jobs erbte, um öffentlichen Druck auf das Trump-Regime auszuüben. Über ihre in Palo Alto ansässige Investmentfirma Emerson Collective schaltet sie bis kommenden Dienstag TV-Spots, in denen sie die einwandererfeindliche Politik aus Washington attackiert. Das 30-sekündige Video zitiert Ausschnitte aus der legendären Abschiedsrede des früheren Präsidenten Ronald Reagan, einer Ikone der Republikanischen Partei. „Wenn es Stadtmauern gäbe, dann hätten die Mauern Türen. Und die Türen wären offen für jeden, der den Willen und das Herz besäße, hindurchzugehen“, sagt er. „So habe ich das immer gesehen, und so sehe ich es immer noch.“ Zu den Worten des Politikers flackern Aufnahmen aus einem bunten Amerika über den Bildschirm: eine weiße Mutter mit Kind, eine afroamerikanische Familie beim Mittagessen, mexikanische Bauern im Feld oder muslimische Gläubige beim Gebet. Das Video soll eine Warnung des alten Republikaners an seinen Nachfolger sein. „Wenn das Leben von Millionen in der Luft hängt, scheuen wir nicht davor zurück, den Kongress zu ermutigen, das Richtige zu tun“, erklärte Marshall Fitz, Mitarbeiter bei Emerson Collective. Der Fonds engagiert sich seit Jahren für die Rechte von Einwanderern und bietet Förderprogramme an.

Auch Apple-Mitarbeiter müssen die USA verlassen

Wie die Jobs-Witwe verurteilten auch andere Bewohner des Silicon Valley die Entscheidung von Trump. Apple-Chef Tim Cook zeigte sich erschüttert, dass 800.000 Amerikaner, darunter auch 250 Apple-Mitarbeiter, nun das Land verlassen müssen. Der iPhone-Hersteller werde sich ebenfalls politisch engagieren, um einen dauerhaften Schutz für die „Dreamers“ zu erwirken. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ließ über ein Post in seinem Netzwerk wissen: „Dies ist ein trauriger Tag für unser Land.“ Es sei „besonders grausam“, jungen Menschen den amerikanischen Traum anzubieten und sie zu ermutigen, „aus dem Schatten zu kommen“, und sie dann dafür zu bestrafen.

Google-Chef Sundar Pichai erklärte bei Twitter: „Dreamers sind unsere Nachbarn, unsere Freunde und unsere Kollegen. Das ist ihr Zuhause. Der Kongress muss jetzt handeln.“ In San Francisco protestierten am Dienstag mehr als tausend Menschen für die „Dreamers“. Die US-Westküste trifft die Entscheidung aus Washington besonders tief. Schließlich beruht der Mythos des Valleys darauf, dass es hier jeder mit Arbeit und Ehrgeiz vom Programmierer zum Tech-Milliardär bringen kann. So wie einst der Einwanderersohn Steve Jobs.

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