Streaminganbieter: DAZN-Preiserhöhung: Wie Sie noch den alten Abo-Preis abstauben
Bestehende Abonnenten zahlen zunächst noch bis zum 31. Juli den aktuellen Preis.
Foto: dpaBerlin, Düsseldorf. Der Expansionskurs des Internetanbieters DAZN kommt Sportfans teuer zu stehen. Der Streaminganbieter hat erneut die Preise erhöht – dieses Mal allerdings sehr viel drastischer als zu Saisonbeginn. Die Kosten für ein Monatsabonnement sind seit dem 1. Februar stark gestiegen: Neue Kunden zahlen für das DAZN-Abo 29,99 statt bisher 14,99 Euro. Für den günstigsten Jahresvertrag verlangt DAZN von Neukunden jetzt 274,99 statt 149,99 Euro.
DAZN-Preiserhöhung: Für wen gilt sie?
Dieser Preisanstieg gilt nach DAZN-Angaben für neue Abonnenten und jene, „die ihre beendete Mitgliedschaft reaktivieren“. Bestehende Abonnenten zahlen zunächst noch bis zum 31. Juli den aktuellen Preis. Wie viel sie anschließend bezahlen müssen, sei noch nicht geklärt, heißt es.
Allerdings gibt es für neue Kunden noch einige Möglichkeiten, das DAZN-Abo zum alten Preis abzuschließen. Wie das funktioniert und was Abonnenten beachten müssen:
Wo gibt es das DAZN-Abo zum alten Preis?
Inzwischen sind mehrere Wege bekannt, mit denen auch Neukunden vorerst nicht die volle Preiserhöhung für ein DAZN-Abo zahlen müssen. So hat der Lebensmittel-Discounter Aldi angekündigt, die Preise für seine DAZN-Prepaidkarten vorerst nicht zu erhöhen. Wer seine monatliche Gebühr auf diesem Weg bezahlt, den kostet das DAZN-Abo auch weiterhin nur 14,99 Euro pro Monat.
Beim Bezahlsender Sky lässt sich das DAZN-Abo zum schon bestehenden Sky-Angebot dazubuchen – und zwar ebenfalls für 14,99 Euro monatlich. Wer für ein ganzes Jahr im Voraus abonniert, der zahlt nur 12,50 Euro monatlich.
Auch für Kunden der Deutschen Telekom und von Vodafone gibt es die Möglichkeit, das DAZN-Abo weiterhin günstiger zu bekommen. Die Telekom bietet MagentaTV-Kunden das Abo für 14 Euro monatlich (ohne Vertragslaufzeit) oder 12 Euro monatlich (mit zwölf Monaten Vertragslaufzeit). Bei Vodafones Produkt GigaTV sind es 9,99 Euro monatlich – zusätzlich gibt es einen Test-Monat kostenlos.
Auch DAZN-Gutscheinkarten bei Aldi und Co. noch zu haben
Zudem sind offenbar noch Gutscheine für DAZN-Abos zum alten Preis im Umlauf. Amazon, Media-Markt und Saturn bieten diese weiterhin an, auch im stationären Handel sind noch DAZN-Gutscheine zu finden. DAZN versicherte bereits, dass alle noch verkauften Gutscheine auch weiterhin einsetzbar sein werden.
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Höherer DAZN-Preis: Woher die Steigerung kommt
DAZN hatte zuletzt massiv in Rechte investiert und Konkurrenten beim Wettbieten um die Medien-Angebote der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der UEFA ausgestochen. Der Streaminganbieter darf seit Beginn der Saison 2021/22 die Partien der Fußball-Bundesliga am Freitagabend und am Sonntagnachmittag live zeigen. Außerdem sind fast alle Spiele der Champions League im Angebot – während Sky leer ausging und derzeit keine Spiele der Königsklasse im Angebot hat.
Zu Begründung des enormen Preisanstiegs schrieb DAZN: „Damit wird die Sport-Plattform der Qualität und der Wertigkeit ihres seit Saisonbeginn stark erweiterten Angebots gerecht und positioniert sich mit einem angemessenen Preis im Marktgefüge.“ Weitere Details – wie die Abonnentenzahl – nannte der Internetanbieter nicht. Unwahrscheinlich scheint aber, dass der derzeitige Kundenstamm und die bisherigen Preise ausreichen, um die Rechtekosten von mehreren 100 Millionen Euro im Jahr auszugleichen.
„Eine weitere Preiserhöhung war angesichts der Werthaltigkeit der Bundesliga- und Champions-League-Rechte und der Rechtekosten durchaus erwartbar“, sagte Christian Frodl der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Experte im Sportrechtemarkt bei der Kanzlei Klinkert Rechtsanwälte fügte jedoch an: „Dieser Preissprung ist allerdings überraschend hoch ausgefallen.“
Seit August 2016 ist DAZN in Deutschland aktiv und hatte zunächst für Aufsehen gesorgt, als er dem etablierten Konkurrenten Sky die Rechte für die Premier League wegschnappte. Anfangs kostet das Monatsabonnement 9,99 Euro. Der Internet-Sportsender hatte den Preis zur neuen Spielzeit von 11,99 auf 14,99 Euro erhöht. Zum Paket des Pay-Anbieters, der auch große Erstliga-Pakete für den italienischen und spanischen Markt erworben hatte, gehören nach eigenen Angaben in Deutschland 8000 Live-Sport-Events pro Jahr.
Im Vergleich zu Sky ist DAZN auch nach der Preiserhöhung noch günstiger
„Es ist eine Neupositionierung des Produkts im Premiumsegment“, sagte der früher für die DFL und für Sky tätige Rechte-Experte Frodl über die Preiserhöhung von DAZN: „Kernzielgruppe sind nun langfristig gebundene Bestandskunden. Die ursprünglich von DAZN angesprochenen jüngeren Kunden mit Wunsch nach einem flexiblen Abo und hoher Preissensivität dürften mit der neuen Preisstruktur hadern. Insofern ist es spannend zu sehen, wie sich dieser Schritt auf die Marktwahrnehmung von DAZN auswirkt.“
Im Vergleich zu Sky ist DAZN auch nach der Preiserhöhung noch günstiger. Der etablierte Konkurrent kassiert allein für die Samstagsspiele der 1. Liga und sämtliche Partien der 2. Liga nach einem Einstiegspreis (20,75 Euro) 32 Euro im Monat. Wer DFB-Pokal, Premier League und Formel 1 schauen will, benötigt das Sport-Paket für 25 Euro (Neukunden 17,25 Euro).
Dritter Anbieter hierzulande mit einem großen Sportpaket ist die Telekom. Das Jahresabonnement bei Magenta Sport, das unter anderem Eishockey, Basketball und die 3. Fußball-Liga enthält, kostet im Jahresabonnement 9,95 Euro im Monat.