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Christoph GottschalkErfolgsmanager im Schatten des Bruders

Sein Bruder Thomas hat mit neuer Sendung miese Quoten. Christoph Gottschalk hingegen ist als Medienmanager erfolgreich. Seine Strategie ist aber riskant.Diana Fröhlich 07.03.2012 - 21:21 Uhr Artikel anhören

Die Ähnlichkeit zum Bruder ist groß, nur beim Erfolg hat Christoph Gottschalk mittlerweile die Nase vorn.

Foto: dpa

München. Ihre Stimmen sind sich sehr ähnlich. Wenn Christoph Gottschalk spricht, laut, vereinnahmend, raumfüllend, dann könnte man meinen, es sei sein Bruder, der Moderator Thomas Gottschalk. Doch in ihrer Art und Profession sind die beiden grundverschieden. Thomas, der Ältere, ist der lustige Moderator und Entertainer, Christoph dagegen der stille, bisweilen kühle Geschäftsmann.

Und während Ersterer auf der öffentlichen Bühne gerade ein Debakel erlebt und sein Sender, die ARD, um ein neues Konzept für „Gottschalk live“ ringt, macht der studierte Jurist und Medienmanager Christoph Gottschalk im Hintergrund seine Geschäfte.

Der 58-Jährige ist ein Händler, ein Verkäufer – auch wenn er die Berufsbezeichnungen nicht gerne hört. Selbst nennt er sich Medienbroker – Vermittler zwischen Medien, werbetreibenden Unternehmen und Prominenten. Sein Einfluss ist nicht gering: Als Geschäftsführer der „Dolce Media“ verhandelt er mit Topmanagern des Landes, mit Verlagshäusern und Schauspielern, Sportlern und Moderatoren.

Er war es, der im Jahr 1992 die Sendung „RTL Late Night Show“ entwickelte und dem Sender das Konzept verkaufte. Er verschaffte Verona Feldbusch Anfang des Jahrtausends einen Werbevertrag mit Langnese-Iglo. Und er fädelte 1991 die bis heute gültige Kooperation zwischen seinem Bruder und dem Süßwarenkonzern Haribo ein.

Ein ehrgeiziger Geschäftsmann ist er, kein Entertainer. „Wenn ich mit Partnern rede, soll eine Gewinnchance dabei sein“, erklärt er. Umsatz- oder gar Gewinnzahlen gibt er nicht bekannt. Laut Bundesanzeiger erwirtschaftete „Dolce Media“ im Jahr 2009 einen Gewinn von rund 1,6 Millionen Euro.

Die große Bühne und die Kameras meidet der jüngere Gottschalk. Ausnahmen bestätigen diese Regel: Seit dem Werbespot für die Deutsche Post, den er im Jahr 2000 mit seinem Bruder aufnahm, ist auch sein Gesicht bekannt.

Sein Erfolg beruht auf seinem guten Netzwerk. „Er ist unkompliziert, und er hat eine sympathische Art, mit Vorstandschefs, Regisseuren und Moderatoren umzugehen“, sagt Frank Dopheide, ehemaliger Werber und heute Berater von Topmanagern.

Doch es ist ein schmaler Grat, auf dem der blonde Manager geschäftlich tätig ist. Der deutsche Erfinder des Product-Placements, der gezielten Darstellung von Marken und Produkten in den Medien, muss aufpassen, dass Werbung immer auch als solche erkennbar ist. Damit er den Rundfunkstaatsvertrag nicht verletzt – und Schleichwerbung vermeidet.

„Wetten, dass ...“, die ZDF-Sendung seines Bruders, versorgte er etwa in der Vergangenheit regelmäßig mit Werbepartnern. So war es kein Zufall, dass dort die Gummibärchen griffbereit auf dem Tisch standen, es Gewinnspiele der Post-Tochter DHL gab und auch Autos der Marke Audi unzählige Male durch das Studio rollten. „Christoph Gottschalk bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone“, sagt Dopheide.

Dessen ist sich der Manager selbst bewusst. Schließlich hat er sein Rechtsreferendariat abgeschlossen, wollte sogar promovieren. Die Arbeit mit dem Titel „Verbotenes und erlaubtes Product-Placement im TV“ hat er aber nicht fertiggestellt. Er bevorzugt die Praxis.

Sein Geschäft hat er zielstrebig aufgebaut. Die Grundlage für sein Netzwerk legte er früh, indem er Geschäftspartner zu Gesellschaftern machte. An „Dolce Media“ waren beispielsweise Marlene Porsche, langjährige Lebensgefährtin von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, dessen Sohn, der Fernsehproduzent Toni Piëch, die Post und auch das ZDF zeitweilig beteiligt.

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Doch mittlerweile ist Gottschalk selbst ein Protagonist der Branche, und führt die Firma mit einer Hand voll Mitarbeitern alleine. Auch sein Bruder Thomas, 61, ist im Jahr 2009 ausgestiegen – angeblich nach Meinungsverschiedenheiten und im Streit. Doch Christoph wiegelt ab: „Thomas wollte mit diesem Schritt seine Neutralität beweisen und zeigen, dass er sich seine Werbepartner selbst aussucht.“ Sie telefonieren täglich, sagt er.

Worüber sie dieser Tage sprechen? Der Jüngere bewundert den Großen für seinen Mut, sich nach „Wetten dass ...“ noch eine tägliche Show aufzubürden, die jetzt auch noch im Quotentief steckt. Seine Begründung für dieses Engagement: „Thomas kennt keine Eitelkeit, auch nicht bei der Gefahr, zu scheitern.“

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