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Ertharin CousinEine Ernährungs-Expertin sitzt jetzt im Bayer-Aufsichtsrat

Die Aktionäre des Bayer-Konzerns haben die Expertin für Ernährung und Landwirtschaft in den Aufsichtsrat gewählt. Einst arbeitete sie für die UN.Kirsten Ludowig 28.04.2020 - 17:30 Uhr

Die selbstständige Beraterin des Chicago Council on Global Affairs versucht, den Hunger zu besiegen.

Foto: imago/photothek

Düsseldorf. Ihre Mutter, erzählte Ertharin Cousin einmal, sei eine Kämpferin gewesen. Diese Stärke habe sie an ihre Töchter weitergegeben und ihnen eingetrichtert, dass man hart arbeiten müsse, um etwas zu erreichen.

„Die Eltern meiner Mutter haben noch auf Baumwollfeldern gearbeitet. Währenddessen durfte sie unter einem Baum sitzen und lesen. Sie sollte es besser haben und war die Erste, die ein College besuchte“, sagte die Amerikanerin 2017 im Gespräch mit dem „Zeit-Magazin“. Erreicht hat die promovierte Juristin Cousin, die am Dienstag von den Bayer-Aktionären in den Aufsichtsrat gewählt wurde, einiges in ihren 62 Lebensjahren.

Von 2012 bis 2017 war sie Exekutivdirektorin, also Chefin des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen. Dabei ist die Aufgabe, den Hunger weltweit zu besiegen, laut Cousin eine Frage nicht nur der Menschenrechte, sondern auch der Ökonomie, schrieb sie 2015 im Handelsblatt.

Vor diesem Hintergrund ist dem Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern mit dem Wahlvorschlag von Cousin ein Coup gelungen. Die Botschaft: Bayer will – nicht zuletzt durch die umstrittene Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto – einen Beitrag gegen den Hunger in der Welt leisten.

Bayer holt sich mit Cousin Expertise in den Bereichen Ernährung, Landwirtschaft und Agrarchemie in den Aufsichtsrat, die bislang so nicht vorhanden war. Der Dax-Konzern hat sich in diesem Geschäft mit Monsanto deutlich verstärkt – und angreifbar gemacht.

Für Bill Clinton im Weißen Haus

Dabei geht es vor allem um den kontrovers diskutierten Einsatz von Gentechnik, den Vorwurf, der Unkrautvernichter Glyphosat sei krebserregend, und die Gefährdung der Biodiversität. Auch in der US-Politik ist die selbstständige Beraterin gut vernetzt – ein weiterer Vorteil für Bayer, vor allem angesichts der Glyphosat-Klagewelle in den USA.

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Cousin, die mit 99,72 Prozent der Stimmen gewählt wurde, arbeitete im Weißen Haus während der Clinton-Regierung. Sie kontrolliert Bayer bereits seit Oktober und wurde gerichtlich in den Aufsichtsrat bestellt. Cousin arbeitet im Sinne ihrer Mutter hart – zehn, zwölf Stunden am Tag, oft sogar mehr. „Man erledigt die Arbeit und verschafft sich den Ruf, jeden Job gut zu machen“, sagte sie im „Zeit-Magazin“. Das kann sie nun im Bayer-Aufsichtsrat beweisen.

Mehr: Werner Baumann kann sich auf der virtuellen Hauptversammlung von Bayer dank solider Zahlen selbstbewusst den Aktionären präsentieren. Hauptthema wird aber der Unkrautvernichter sein.

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